Razzia gegen Islamisten

Anschläge mit Modellflugzeugen geplant?

München - Haben Terroristen einen Anschlag mit Modellflugzeugen geplant? Die Bundesanwaltschaft ließ deswegen neun Objekte in drei Bundesländern sowie in Belgien durchsuchen.

Zwei Männer sollen in Deutschland einen islamistischen Terroranschlag mit ferngesteuerten Modellflugzeugen geplant haben. Gegen die beiden Verdächtigen tunesischer Herkunft werde unter anderem wegen „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittelt, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe mit. In mehreren Bundesländern und in Belgien durchsuchten Ermittler Wohnungen und andere Räume, stellten kistenweise Beweise sicher. Wie weit die Anschlagspläne bereits gediehen waren, kommentierte die Anklagebehörde nicht. Festnahmen gab es keine.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Verdächtigen seien mehr als ein Jahr lang beobachtet worden, nachdem sie durch ein gesteigertes Interesse an Sprengstoff und Modellflugzeugen aufgefallen waren. Die Pläne seien noch in einem frühen Stadium gewesen. Eine erhöhte Terrorgefahr bestehe in Deutschland derzeit nicht.

Die beiden Verdächtigen sollen sich gezielt Informationen und Gegenstände beschafft haben, um „radikal-islamistische Sprengstoffanschläge mit Modellflugzeugen zu begehen“. Unter Leitung der obersten Anklagebehörde sowie der Staatsanwaltschaft Stuttgart durchkämmten etwa 90 Beamte aus Baden-Württemberg und Bayern neun Objekte.

Im Südwesten lag der Schwerpunkt der Razzien im Großraum Stuttgart, in Bayern im Großraum München, darunter im Olympiadorf sowie - laut Landeskriminalamt München - in Dachau. In Sachsen und Belgien gab es ebenfalls Durchsuchungen. Auch die Wohnungen von vier Kontaktpersonen der beiden Männer wurden in Stuttgart und München durchsucht. Unter dem Beweismaterial befinden sich technische Geräte wie Computer. Ob auch ein Modellflieger beschlagnahmt wurde, ist nicht bekannt.

Ein Mann wurde in Fellbach bei Stuttgart in Handschellen abgeführt. Eine offizielle Festnahme habe es aber nicht gegeben, betonte die Bundesanwaltschaft. Der Mann kam wohl nach einer Befragung wieder frei.

Bei den Ermittlungen geht es auch um Geldwäsche. Sie überschneiden sich mit einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Diese ermittelt gegen fünf Verdächtige, darunter die vier Kontaktpersonen, wegen Geldwäsche und der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“. Sie sollen den „Heiligen Krieg“ finanziert haben. Die Beschuldigten kennen sich, bestätigte eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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