+
Fassade des Bayerischen Landeskriminalamtes in München. Foto: Peter Kneffel

Ermittlungen gegen Beamte

V-Mann-Affäre: Razzia im Landeskriminalamt Bayern

Polizisten, die lügen, fälschen und Straftaten verdecken? Gegen mehrere Beamte des bayerischen Landeskriminalamts laufen seit langem Ermittlungen wegen eines V-Mann-Einsatzes im Rockermilieu. Nun gab es eine neue Durchsuchung.

München (dpa) - In der V-Mann-Affäre des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) haben Ermittler erneut Diensträume in München durchsucht. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnbergheute.

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Durchsuchungen in der vergangenen Woche berichtet. Die Anklagebehörde ermittelt seit mehr als zwei Jahren. Inzwischen werden sechs LKA-Beamte beschuldigt, darunter zwei Führungskräfte. Es geht unter anderem um den Verdacht der Strafvereitelung im Amt, um Urkundenfälschung und Falschaussagen vor Gericht.

Einer der Beamten wurde bereits vom Dienst suspendiert. Der Kripokommissar war Kontaktmann eines Verbindungsmanns im Rockermilieu. Er soll Straftaten bei den "Bandidos" nicht nur gedeckt haben, sondern beim Diebstahl von Minibaggern in Dänemark quasi Komplize gewesen sein.

Bereits 2014 und 2015 gab es in dem Fall Razzien beim LKA sowie in Privatwohnungen der verdächtigen Beamten. Nun wurde am Donnerstag vergangener Woche vor allem das Dienstzimmer einer LKA-Beamtin und Zeugin durchsucht, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.

Der suspendierte Kommissar arbeitete in der Nürnberger Außenstelle des LKA und betreute den Spitzel in der Rockergang. 2011 machten sich die "Bandidos" auf, um teure Minibagger in Dänemark zu stehlen, die sie in Südosteuropa verkaufen wollten. Der V-Mann-Führer beim LKA war darüber nicht nur informiert, sondern soll dem V-Mann sogar Ratschläge für die kriminelle Auslandsreise gegeben haben. Danach sollen er und weitere Beamte Akten zu den Tätigkeiten des V-Manns gefälscht haben.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vier Verletzte bei versuchtem Terroranschlag in New York
Mitten im Berufsverkehr am Montagmorgen knallt es am New Yorker Times Square. Ein 27-Jähriger will sich mit einer Art Rohrbombe in die Luft sprengen. Es gibt vier …
Vier Verletzte bei versuchtem Terroranschlag in New York
Mönchengladbach: Explosion in Mehrfamilienhaus 
Bei einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Mönchengladbach sind mehrere Menschen verletzt worden. Die Detonation könnte absichtlich herbeigeführt worden sein.
Mönchengladbach: Explosion in Mehrfamilienhaus 
Youtube plant wohl eigenen Musik-Bezahldienst ab März 2018
Wie aus einem Medienbericht hervorgeht, plant die Plattform Youtube einen eigenen Musikservice für März des kommenden Jahres. 
Youtube plant wohl eigenen Musik-Bezahldienst ab März 2018
Vater schüttelt Baby - sieben Jahre Haft
Ein Vater, der sein Baby beinahe zu Tode geschüttelt hat, muss in der Schweiz in Haft. Es war nicht das erste Mal, dass der Mann so auf das Schreien eines Kindes …
Vater schüttelt Baby - sieben Jahre Haft

Kommentare