120 Rebellen in Katastrophenprovinz Aceh getötet

- Banda Aceh - Die indonesische Armee hat trotz Flutkatastrophe und laufender Hilfsmaßnahmen in der Provinz Aceh während der vergangenen zwei Wochen nach eigenen Angaben mindestens 120 muslimische Rebellen getötet. Die Soldaten hätten «keine andere Wahl» gehabt, sagte General Ryamizard Ryacudu.

Er warf nach Angaben der indonesischen Nachrichtenagentur Antara vom Donnerstag der Bewegung Freies Aceh (GAM) außerdem vor, in der Krisenregion für die Überlebenden bestimmte Hilfslieferungen zu stehlen.

Das indonesische Rote Kreuz erklärte indes, seit der Flutwelle keine Opfer von Kampfhandlungen gesehen zu haben. Erst am Mittwoch hatte der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda Pläne für Friedensgespräche mit der GAM noch in diesem Monat bekannt gegeben.

Dem Konflikt in der an Öl- und Gasvorkommen reichen Provinz an der Nordspitze Sumatras sind seit seinem Ausbruch 1976 mehr als 12 000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Rebellen fordern einen eigenen islamischen Staat, was die Zentralregierung in Jakarta aber strikt ablehnt. Durch die Flutwelle starben in Aceh nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 166 000 Menschen.

Den Worten von General Ryacudu zufolge sind derzeit rund 35 000 Soldaten in Aceh stationiert. 20 000 seien für Sicherheitsaufgaben eingesetzt, 15 000 für humanitäre Hilfsmaßnahmen. Nach Angaben des indonesischen Geheimdienstchefs Syamsir Siregar büßte die GAM durch die Flutkatastrophe an Schlagkraft ein. «Sie erleben gerade Engpässe bei Logistik und Kämpfern», sagte Siregar während einer Anhörung vor dem Parlament in Jakarta am Donnerstag.

Auch interessant

Kommentare