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Rebellen feiern die Eroberung des Bezirks Qasr Bin Ghashir in Tripolis

Rebellen melden: Tripolis vollständig erobert

Tripolis - Sechs Tage nach ihrem Einmarsch in Tripolis haben die libyschen Rebellen die vollständige Eroberung der Hauptstadt gemeldet.

Am Samstag seien die Truppen des langjährigen Machthabers Muammar al Gaddafi im Vorort Kasr bin Ghaschir besiegt worden, sagte Rebellenoffizier Omar al Ghusajl: “Wir haben es geschafft, sie komplett aus Tripolis heraus zu drängen.“

Mit Unterstützung von NATO-Kampfflugzeugen konzentrierte sich die Suche nach dem untergetauchten Gaddafi auf dessen Heimatstadt Sirte. Nach der Einnahme der Hauptstadt und anderer Orte im Westen ist Sirte die letzte große Bastion der Gaddafi-treuen Truppen.

In Tripolis war es am Samstag weitgehend ruhig. Von Kasr bin Ghaschir aus hatten Gaddafis Truppen den Flughafen der Hauptstadt beschossen. Auf dem Flughafen standen einige ausgebrannte Flugzeuge. Die Einwohner des Vororts feierten den Sieg der Rebellen mit Freudenschüssen in die Luft, einige schlugen mit Schuhen auf Porträts Gaddafis ein.

Der neue Militärchef der Rebellen, Abdel Hakim Belhadsch, erklärte bereits in der Nacht zum Samstag, Libyen sei nun befreit. Hunderte Gaddafi-Kämpfer hätten in den vergangenen zwei Tagen aufgegeben. In der Nacht waren immer wieder Explosionen in der Hauptstadt zu hören. Große Teile von Tripolis waren ohne fließendes Wasser und ohne Strom. Bewohner berichteten, das Benzin werde knapp.

Informationsminister Mahmud Schammam bot unterdessen Mitarbeitern des Gaddafi-Regimes an, im öffentlichen Dienst des neuen Libyens zu arbeiten. “Die einzigen, die wir ausschließen, sind die, die andere getötet und Geld gestohlen haben“, sagte er. Der Übergang zu einer neuen Verwaltung solle so reibungsloser verlaufen. Der Vorsitzende des Übergangsrats, Mahmud Dschibril, sagte am Freitag, seine Regierung benötige fünf Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) aus den im Ausland eingefrorenen libyschen Guthaben, um staatliche Einrichtungen einschließlich Streitkräften und Polizei bezahlen zu können.

Merkel zollt NATO-Einsatz Respekt

Bundeskanzlerin Angela Merkel zollte dem Einsatz der NATO-Verbündeten in Libyen ihre Anerkennung. Sie habe “tiefen Respekt“ für diesen Einsatz, sagte die CDU-Politikerin der “Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht vom Samstag. Deutschland stehe fest zu den Verbündeten und zur NATO. Die Teilnahme Deutschlands an einer möglichen UN-Mission in Libyen will Merkel prüfen. “Wenn man uns Deutsche fragt, werden wir selbstverständlich prüfen, was wir tun können“, sagte sie.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderte die Rebellen in Libyen zur Einhaltung der Menschenrechte auf. “Die Opposition muss sicherstellen, dass Zivilisten geschützt und die Menschenrechte in Libyen in vollem Umfang respektiert werden“, sagte Ashton der Zeitung “Die Welt“ (Samstagausgabe). Sie versicherte, dass die EU in Libyen künftig keine Führungsrolle übernehmen wolle. “Dies ist eine libysche Revolution und der Übergangsprozess muss von den Libyern selbst angeführt werden.“

Der Justizminister der Rebellen, Mohammed al Egeli, erklärte, er habe gefangene Gaddafi-Kämpfer besucht. Sie würden im Einklang mit den internationalen Menschenrechten behandelt. Er verwies jedoch darauf, dass man sich noch immer im Kriegszustand befinde. Die Kämpfe dauerten an, daher gebe es Opfer auf beiden Seiten.

dapd

Gaddafis Liste des Schreckens

Terror-Akte: Gaddafis Liste des Schreckens

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