Risikogebiet laut RKI

Oster-Lockdown in Österreich: Die Corona-Regeln im Überblick - Urlaub für Deutsche „nahezu unmöglich“

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Im Osten Österreichs ist die Corona-Lage besonders angespannt. Drei Bundesländer gehen in einen Oster-Lockdown. Ein Urlaub in der Alpenrepublik ist aktuell erschwert.

Wien/München - In Österreich rollt die dritte Welle der Corona-Pandemie. Wie auch in Deutschland, steigen in der Alpenrepublik die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen wieder an. Besonders betroffen sind die drei östlichen Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Am Montag berieten die Landeshauptleute gemeinsam mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Experten über die Details der Verordnung für den am Gründonnerstag in Kraft tretenden Oster-Lockdown im Osten Österreichs.

„Die Situation in den Intensivstationen in den Spitälern ist sehr ernst“, erklärte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Montagabend. Sein Bundesland verlängert den Oster-Lockdown daher im Alleingang bis zum 11. April. In Niederösterreich und im Burgenland gelten die neuen Verschärfungen der Maßnahmen vorerst vom 1. bis zum 6. April. Für die sechs weiteren Bundesländer Österreichs gibt es keine Änderung der aktuellen Corona-Regeln.

Corona in Österreich: Oster-Lockdown in drei Bundesländern - die Regeln

In den vom Oster-Lockdown betroffenen Bundesländern haben ab dem 1. April der Handel - mit Ausnahme von Supermärkten, Tankstellen-Shops und Apotheken -, die körpernahen Dienstleister und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Familienfeiern über die Feiertage sind nur im kleinen Kreis erlaubt. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland dürfen sich nur Personen eines Haushaltes und maximal eine weitere Person treffen. Im Rest Österreichs gilt weiterhin die Regel, dass sich bis 20 Uhr höchstens zwei Haushalte mit insgesamt vier Erwachsenen und sechs Kindern treffen dürfen.

Wien verlängert den Oster-Lockdown bis zum 11. April. Bürgermeister Michael Ludwig (l.) warnt vor der ernsten Corona-Lage. (Archivbild)

In den drei östlichen Bundesländern gilt während des Oster-Lockdowns zudem eine ganztägige Ausgangsbeschränkung. Das eigene Haus soll nur in Ausnahmefällen verlassen werden. Darunter fallen beispielsweise der Arbeitsweg, die Deckung von Grundbedürfnissen, die Ausübung und Erfüllung familiärer Rechte und Pflichten oder die Abwendung von Gefahren.

Dieselben Ausnahmen gelten auch für die Ein- und Ausreise von Bewohnern Wiens, Niederösterreichs und des Burgenlands. Eine Person aus Wien darf also beispielsweise die Familie in Salzburg besuchen, Shoppingreisen von Wien nach Salzburg sind hingegen nicht erlaubt. Reisen zu einem Zweitwohnsitz zählen zu den Grundbedürfnissen und sind daher gestattet.

Corona: RKI stuft Österreich weiterhin als Risikogebiet ein

Was bedeuten die neuen Regeln des Oster-Lockdowns nun für Personen aus Deutschland, die ihren Oster-Urlaub gerne in Österreich verbracht hätten? Das Robert-Koch-Institut hat derzeit ganz Österreich, mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz in Tirol und des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg in Vorarlberg, als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Weite Teile des Bundeslandes Tirol waren noch bis zum vergangenen Wochenende als Virusvariantengebiet eingestuft. Inzwischen sind sie auch wieder einfaches Risikogebiet und die damit verbundenen schärferen Grenzkontrollen beendet. Damit fällt auch die Einreisesperre für bestimmte Personengruppen, sowie das Beförderungsverbot für Bus- und Bahnunternehmen nach Angaben der Bundespolizei in Bayern weg. Die Testpflicht und die verschärfte 14-tägige Quarantäne bleiben aber für einen großen Teil der Tiroler bei Einreise nach Deutschland zunächst bestehen und entfallen erst nach Ostern.

Corona in Österreich: Urlaub „nahezu unmöglich“ - Einreiseregeln im Überblick

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Österreich, mit Ausnahme der Nicht-Risikogebiete. Die strengen Einreiseregeln machen ohnehin „Urlaubsreisen in die Alpenrepublik bis auf Weiteres nahezu unmöglich“, wie auch der ADAC auf seiner Homepage schreibt. Einige von Österreichs Einreiseregeln laut dem Auswärtigen Amt (Stand 31. März) im Überblick:

  • Vor der Einreise müssen sich alle Reisenden elektronisch registrieren. Die Empfangsbestätigung muss bei der Einreise vorgelegt werden.
  • Einreisende brauchen einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.
  • Bis zum 31. Mai 2021 sieht die Einreiseverordnung eine zehntägige Quarantänepflicht vor. Diese kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen PCR- oder Antigentest beendet werden.

Corona in Österreich: Ausnahmen bei Einreisen für Pendler - Durchreise möglich

Ausnahmen gelten für Pendler, die zu familiären oder beruflichen Zwecken, oder zur Teilnahme am Schul- und Studienbetrieb nach Österreich einreisen. Für diese Personen gibt es eine Registrierungspflicht. Die Registrierung muss alle sieben Tage, oder bei Änderungen der angegebenen Daten erneuert werden. Zudem müssen Pendler „mit einem ärztlichen Zeugnis oder Testnachweis in deutscher oder englischer Sprache bestätigen, dass Sie in den letzten sieben Tagen negativ auf Covid-19 getestet worden sind“, wie das Österreichische Generalkonsulat München auf seiner Website mitteilt.

Weitere Ausnahmen gibt es für Personen, die zur Aufrechterhaltung des Waren- und Personenverkehrs einreisen. Zudem gilt die Einreiseverordnung nicht bei medizinischen Behandlungen, oder „besonders berücksichtigungswürdigen Gründen im familiären Kreis“, wie beispielsweise Todesfällen oder schweren Krankheitsfällen. Auch die Durch- und Weiterreise durch Österreich ohne Zwischenstopp ist ohne Einschränkungen möglich. Allerdings ist aufgrund der Grenzkontrollen mit Verzögerungen an den Grenzübergängen zu rechnen, wie das Auswärtige Amt mitteilt. (ph)

Rubriklistenbild: © Helmut Fohringer

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