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Nach dem Flughafen-Chaos: Ryanair- und Easyjet-Streiks nahen – Spanien-Urlaubern drohen Probleme

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Passagiere stehen am Freitag (1. Juli) im Terminal 1 des Flughafens Adolfo Suarez Madrid Barajas in Madrid an den Check-in-Schaltern von Ryanair Schlange. Der Grund: Streiks bei den Ryanair-Beschäftigten. © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Carlos Luján

Wer im Juli eine Flugreise nach Spanien plant, muss lange Wartezeiten einplanen - oder sogar um seinen Flug bangen. Denn Ryanair- und Easyjet-Angestellte kündigen weitere Streiks an.

Madrid - Lange Warteschlangen, ausgefallene Flüge und verlorenes Gepäck: Das Flug-Chaos in Deutschland machte zuletzt viele Urlaubsreisen zur Nervenprobe. Die Fluglinien übertreffen sich mit Hiobsbotschaften. Während Lufthansa nur noch Tickets zu Höchstpreisen verkauft und 3000 Verbindungen im Sommer streicht, kommen bei Ryanair und Easyjet Streiks auf die Fluggäste zu. Betroffen sind Flüge im Juli von und nach Spanien.

Ryanair- und Easyjet-Streiks in Spanien: Mit diesen Problemen haben Airlines zu kämpfen

Noch im März vergangenen Jahres hatte Ryanair mehr als 200 zusätzliche Flüge zwischen Deutschland und Spanien für die Osterferien angekündigt. Diese Meldung klingt heute wie aus der Zeit gefallen – die Lage für Fluglinien hat sich gewandelt. In der Corona-Pandemie hatte Fluggesellschaften viele Mitarbeiter entlassen. Einige Gesellschaften leiden nun aufgrund der rasch angezogenen Nachfrage unter Personalmangel.

Man habe in allen Bereichen zu viele Leute gehen lassen, gab etwa Carsten Spohr, der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Airline Lufthansa, kürzlich zu. Die ohnehin herrschende Personalknappheit verschärfen nun mancherorts Streiks. Denn das Personal der Fluggesellschaften hat einerseits mit einem erhöhten Arbeitspensum zu kämpfen. Wegen der gestiegenen Inflation und Nullrunden in der Corona-Pandemie haben die Angestellten zugleich weniger Geld in der Tasche.

Ryanair-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen und kündigen weitere Streiks an

Den Ryanair-Angestellten geht es bei den Streiks um bessere Arbeitsbedingungen für die 1900 spanischen Mitarbeiter des Kabinenpersonals. Die Fluggesellschaft „hält sich nicht an Gerichtsurteile und Gesetze“, hieß es dazu von der Gewerkschaft USO. Arbeitsministerin Yolanda Díaz müsse eingreifen.

Dafür wollen die Mitarbeiter laut der spanischen Gewerkschaft USO drei weitere Male für jeweils vier Tage die Arbeit niederlegen. Streiks sind demnach vom 12. bis 15. Juli, vom 18. bis 21. Juli und vom 25. bis 28. Juli geplant. Die Gewerkschaften hätten sich „gezwungen gesehen“ neue Streiktage einzuberufen, versicherte Lidia Arasanz von der USO-Gewerkschaft dem Sender RTVE. Die erste Runde des Ryanair-Streiks endete am vergangenen Wochenende. Innerhalb der insgesamt sechs Streiktage kam es Angaben der spanischen Rundfunkanstalt RTVE in ganz Spanien zu 200 Flugannullierungen und fast tausend Verspätungen.

Easyjet plant Streiktermine, die sich teils mit Ryanair überschneiden

Was die Angestellten der Fluggesellschaften in Spanien mit Streiks versuchen, haben Easyjet-Beschäftigte zumindest in Deutschland bereits erreicht. Am Mittwoch war eine Lohnerhöhung um acht Prozent sowie zusätzliche Einmalzahlungen vereinbart worden. Doch das spanische Personal der Billigfluggesellschaft ging bislang leer aus.

Am vergangenen Wochenende riefen daher auch 450 spanische Easyjet-Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter zur Niederlegung der Arbeit auf. Sie verlangen dieselben Arbeitsbedingungen wie sie für Easyjet-Mitarbeiter in anderen EU-Ländern gelten. Dazu gehören etwa eine Begrenzung der Flugzeiten sowie höhere Gehälter. Vom 15. bis 18. Juli sowie vom 29. bis 31. Juli will das Kabinenpersonal von Easyjet erneut streiken. Die Termine von Ryanair und Easyjet überschneiden sich demnach am 15. Juli und 18. Juli, was das Flughafen-Chaos an diesen Tagen verschärfen könnte.

Auswirkungen für deutsche Urlauber: Diese spanischen Flughäfen könnten besonders betroffen sein

Insgesamt bietet Ryanair eigenen Angaben zufolge über 650 Verbindungen von spanischen Flughäfen an. Zahlreiche Flüge von Deutschland nach Spanien und umgekehrt könnten demnach betroffen sein, Ryanair operiert an den Flughäfen Madrid, Málaga, Sevilla, Alicante, Valencia, Barcelona, Girona, Santiago de Compostela, Ibiza y Palma de Mallorca.

Ryanair teilte auf eine Merkur.de-Anfrage mit, dass es von Deutschland aus „wenn überhaupt nur zu minimalen Störungen auf den Flügen von und nach Spanien“ kommen werde. Das erklärte eine Ryanair-Sprecherin am Dienstag und berief sich dabei auf Daten aus dem vergangenen Monat. Damals seien „weniger als ein Prozent der Ryanair-Flüge“ betroffen gewesen. Engpässe gebe es aber bei der Flugsicherung und dem Flughafenpersonal, darauf habe Ryanair jedoch keinen Einfluss. „Alle Fluggäste, deren Flüge durch Engpässe bei der Flugsicherung beeinträchtigt werden, werden per E-Mail/SMS über ihre Ansprüche informiert“, so die Sprecherin.

Easyjet bietet von deutschen Flughäfen Verbindungen von und nach Málaga, El Prat und Palma de Mallorca. „Bisher konnten wir keine Beeinträchtigungen unseres deutschen Flugprogramms aufgrund des spanischen Arbeitskampfes feststellen“, teilte eine Easyjet-Sprecherin auf Anfrage von Merkur.de mit. Man werde dies jedoch weiter beobachten, hieß es.

Reisen von und nach Málaga und Palma de Mallorca am 15. und 18. Juli könnten von den Streiks am stärksten beeinträchtigt sein - da sich hier bei Ryanair und Easyjet sowohl die betroffenen Flughäfen als auch die Daten überschneiden. Dafür könnte auch die Beteiligung des Personals an den bisherigen Ausständen sprechen: In Málaga wurden beim letzten Streik 50 Prozent der Flüge gestrichen, teilte Miguel Galán von der Gewerkschaft USO mit (bme mit Material von dpa).

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