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Jäger tragen bei Göhrde in Niedersachsen ein erlegtes Reh: Immer mehr Menschen lockt die Jagd - der Deutsche Jagdverband hat mehr Weidmänner und -frauen gezählt als je zuvor. Foto: Philipp Schulze/Archiv

381 821 Jagdscheininhaber

Rekord bei den Jägern

Mehr Menschen begeistern sich für die Jagd, der Deutsche Jagdverband hat so viele Weidmänner und -frauen gezählt wie nie zuvor. Aber wo gibt es die meisten Jäger? Und wie viele Frauen sind unter den Jägern?

Berlin (dpa) - Mehr Jägerinnen und Jäger als je zuvor hat der Deutsche Jagdverband (DJV) gezählt. Genau 381 821 Jagdscheininhaber waren im Jagdjahr 2015/16 bundesweit registriert, das waren rund 2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Im Vergleich zum Wiedervereinigungsjahr 1990 gebe es über 70 000 Jagdscheine mehr, ein Anstieg von mehr als 22 Prozent bei nur wenig gewachsener Bevölkerung, teilte der Verband in Berlin mit. "Jagen heißt aktiv und nachhaltig leben, das wird für viele immer wichtiger", sagte Präsidiumsmitglied Josef Schneider. Das Jagdjahr geht vom 1. April bis zum 31. März.

Im Norden gibt es dabei laut DJV deutlich mehr Jäger als im bundesweiten Durchschnitt. So besitzt jeder 127. Schleswig-Holsteiner einen Jagdschein. Gemessen am Bevölkerungsanteil hat das nördlichste Bundesland damit den langjährigen Spitzenreiter Niedersachsen überholt. Dort kommt ein Jäger auf 130 Einwohner, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 132. Auf Platz vier folgt Nordrhein-Westfalen mit 190 Einwohnern pro Jäger. Bei den absoluten Zahlen liegt das bevölkerungsreichste Bundesland mit knapp 93 000 Waidfrauen und -männern aber vorn, teilte ein DJV-Sprecher in Berlin mit.

Deutschlandweit verfügt laut DJV einer von 213 Einwohnern über einen Jagdschein. Das Bundesland mit den wenigsten Jägern pro Einwohner ist Berlin, dort hat nur jeder 1147. einen Jagdschein. In Bremen ist es jeder 740., in Hamburg jeder 720. Einwohner. Schlusslicht bei den Flächenländern ist Sachsen - dort kommt im Durchschnitt ein Jäger auf 357 Einwohner, in Bayern hat jeder 264. einen Jagdschein.

Den stärksten prozentualen Zuwachs gab es innerhalb des vergangenen Jagdjahres in Berlin und Schleswig-Holstein. Dort stieg die Zahl um jeweils rund 6 Prozent auf nun 3025 in Berlin und 22 330 in Schleswig-Holstein.

Insgesamt haben im vergangenen Kalenderjahr laut DJV bundesweit 13 428 Jagdschüler die Prüfung erfolgreich abgelegt, 31 Prozent mehr als noch 2010. Die Durchfallquote lag bei 18 Prozent. Nach aktuellen Befragungen des DJV sind inzwischen 7 Prozent der Jäger Frauen, in den Jägerkursen liegt die Frauenquote mittlerweile bei 20 Prozent.

Deutscher Jagdverband (DJV)

Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN)

DJV: Der Weg zum Jagdschein

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