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Der havarierte Frachter "Rena" vor der neuseeländischen Küste.

Rettungsarbeiten auf der "Rena" gehen voran

Wellington - Immer wieder mussten die Bergungsleute das Abpumpen des Öls auf dem havarierten Frachter verschieben. Am Sonntag ging eine Mannschaft an Bord der "Rena". Alle Hoffnung lastet auf den Männern.

Bergungsmannschaften haben einen neuen Anlauf zum Abpumpen des Öls aus dem havarierten Schiff vor Neuseeland gestartet. Am Sonntagabend (Ortszeit) war das Bergungsteam dafür auf der "Rena", teilte die neuseeländische Schifffahrtsbehörde MNZ mit. Der hochriskante Einsatz sollte sich über die Nacht bis zum Montag hinziehen. "Das ist eine ungeheure anspruchsvolle und riskante Operation, selbst bei Tageslicht", sagte der Sprecher der Bergungsmannschaft, Bruce Anderson.

Das Team will so viel Öl wie möglich aus den Treibstofftanks des Containerfrachters pumpen. Dafür wurden extra Stahlplattformen am Rumpf der "Rena" angebracht. Wegen schlechten Wetters mussten die Bergungsarbeiten zwischenzeitlich gestoppt werden. Bisher gelang es dem Team allerdings nur knapp zehn Tonnen Öl abzupumpen. Bis zu 400 Tonnen Schweröl sind seit dem Unglück vor elf Tagen in den Südpazifik gelangt. Neuseeland erlebt damit seine bislang schwerste Umweltkatastrophe.

Meteorologen sagten für die Nacht ruhiges Wetter voraus. Am späten Montag könnte die Lage jedoch kippen. Dann sollen die Wellen wieder höher werden. Die Bergungsmannschaft müsste ihre Arbeit dann abbrechen. Am Samstag hatten Rettungstaucher mitgeteilt, das Schiff sei nicht stabil auf dem Riff verankert, vor allem am Heck, wo der Großteil des Öls in den Treibstofftanks lagert. "Es ist wahrscheinlich, dass das Schiff vom Riff abrutscht", sagte Anderson. Zugleich warnte er davor, dass mehr Öl ausfließen und Strände verschmutzen könnte.

Das Öl in den Tanks sei mittlerweile sehr zähflüssig, ergänzte Anderson. Daher lasse es sich mit Hilfe einer sogenannten Archimedischen Schraube - einer Förderanlage, die sonst für Entwässerungszwecke genutzt wird - auf einen danebenliegenden Frachtkahn laden.

Das ausgelaufene Öl hat die Strände der malerischen Plenty-Bucht über mehrere Kilometer mit einem dicken Ölschlamm bedeckt. Behörden haben am Wochenende Teile des Strandes gesperrt, damit Helfer ihre Reinigungsarbeiten fortsetzen konnten. Mehr als 1000 ölverschmierte Seevögel sind verendet, mehr als hundert Tiere werden von dem gefährlichen Schmutz befreit. Erfahrungsgemäß bedeutet dies großen Stress für die Tiere, viele sterben. Andere Strände wurden der Öffentlichkeit am Sonntag wieder zugänglich gemacht.

Die in Liberia registrierte "Rena" war am Mittwoch vergangener Woche 20 Kilometer vor der Küste auf ein Riff gelaufen und leckgeschlagen. Die Gegend ist ein Paradies für Seevögel, Delfine und Wale. Die Strände sind bei Touristen und Surfern beliebt. Inzwischen wurden der Kapitän und sein Navigationsoffizier wegen fahrlässiger Schiffsführung angeklagt. Ihnen droht eine einjährige Haftstrafe.

dpa

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