News-Ticker: Polizei soll Attentäter von Barcelona verhaftet haben

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Die Staatsanwaltschaft Lüneburg fordert eine lange Haftstrafe für den Richter, der an Nachwuchsjuristen die Prüfungslösungen des zweiten Staatsexamen verkauft hat.

Lange Haft gefordert

Richter verkauft Prüfungslösungen an Jurastudenten

Lüneburg - Ein Richter hat Jurastudenten Prüfungslösungen des zweiten Staatsexamen verkauft, nun fordert die Staatsanwaltschaft jahrelange Haft für den geständigen Richter.

Die Staatsanwaltschaft will den angeklagten Richter im Prozess wegen verkaufter Antworten auf Staatsexamensfragen für mehrere Jahre ins Gefängnis bringen. Sie plädierte am Donnerstag am Landgericht Lüneburg auf eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten für den früheren Referatsleiter des Landesjustizprüfungsamtes - auch wegen Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall. Die Verteidigung forderte dagegen eine Freiheitsstrafe von höchstens elf Monaten. So lange sitzt der 48-Jährige schon in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte soll Nachwuchsjuristen Prüfungslösungen für das entscheidende Zweite Staatsexamen für hohe Summen angeboten und auch tatsächlich verkauft haben. Im Januar hatte er ein Geständnis abgelegt. Er habe den Referendaren helfen wollen, sagte er damals.

„Mit den Taten hat der Angeklagte das niedersächsische Prüfungswesen verraten und verkauft“, betonte der Staatsanwalt. Die Justiz habe erheblich gelitten. Der Angeklagte habe sich bereichern wollen und sexuelle Motive gehabt. Die Anklagebehörde ging von sechs besonders schweren Fällen der Bestechlichkeit aus, einmal in Verbindung mit dem Verrat von Dienstgeheimnissen. Zudem sah der Staatsanwalt eine Reihe von Fällen versuchter Nötigung. Der Angeklagte habe Referendaren mit Anzeigen wegen übler Nachrede und Verleumdung gedroht.

Die Verteidigung sah im Handeln ihres Mandanten weder einen schweren Fall von Bestechlichkeit noch eine versuchte Nötigung. Auch habe der Angeklagte nicht gewerbsmäßig gehandelt. Letztlich gehe auch die Anklage davon aus, dass bei den verhandelten Fällen nur einmal wirklich gezahlt worden sei. „Ich weiß, dass mein Verhalten kriminell war“, erklärte der Angeklagte in seinem Schlusswort. „Es tut mir aufrichtig leid.“ Der Prozess soll am kommenden Donnerstag fortgesetzt werden, dann dürfte auch ein Urteil fallen.

dpa

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