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Urteil im Depp-Heard-Prozess: Amber Heard geht laut Anwältin in Berufung – „Einige ausgezeichnete Gründe“

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Von: Franziska Schwarz

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Eine Entscheidung im Prozess um Johnny Depp und Amber Heard ist gefallen. Beide Seiten wurden schuldig gesprochen und kassieren Strafen - Heard will nun in Berufung gehen.

Update vom 02. Juni, 16.09 Uhr: Geht die Gerichts-Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard nun doch noch weiter? Ein neues Kapitel wird es offenbar noch geben. Denn Heard will in Berufung gehen. Das kündigte ihre Anwältin Elaine Bredehoft in der NBC-Sendung „Today“ an. Laut Bredehoft wolle Heard „unbedingt“ Berufung gegen das am Mittwochabend (MESZ) gesprochene Urteil einlegen und sprach von „einigen ausgezeichneten Gründen“ dafür.

Am Mittwochabend wurde Amber Heard im Prozess gegen Johnny Depp für schuldig erklärt. Sie will aber in Berufung gehen.
Am Mittwochabend wurde Amber Heard im Prozess gegen Johnny Depp für schuldig erklärt. Sie will aber in Berufung gehen. © Evelyn Hockstein / dpa

Update vom 02. Juni, 6.39 Uhr: Die Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und Amber Heard endete mit einem weitgehenden Sieg für den Schauspieler. Doch der „Fluch der Karibik“-Star war gar nicht vor Ort. Nur sein Anwaltsteam war vertreten. Depp war nach dem Prozessende für Konzertauftritte mit dem Rockgitarristen Jeff Beck nach England gereist. Am Tag der Urteilsverkündung wurde er mit Musikern in einem Pub in Newcastle gesichtet, wie britische Medien berichteten.

Das Urteil der Jury – fünf Männer und zwei Frauen – kam nach dreitägigen Beratungen. Im Kern der von Depp eingereichten Zivilklage ging es um einen 2018 von der Washington Post veröffentlichten Kommentar, in dem sich Heard als Opfer häuslicher Gewalt beschrieb. Depp wurde darin von ihr zwar nicht namentlich genannt, aber der Schauspieler sah sich als Opfer von Falschaussagen gebrandmarkt und klagte wegen Verleumdung auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Heard holte zur Gegenklage mit einer 100 Millionen Dollar-Forderung aus. Sie machte geltend, dass Depps Ex-Anwalt Adam Waldman mit einer Schmutzkampagne ihrem Ansehen geschadet habe.

Die Urteilsfindung drehte sich um komplizierte Rechtsfragen wie Redefreiheit, Vorsatz oder Rufschädigung – aber ebenso standen die Glaubwürdigkeit der Hollywood-Stars und die gegenseitigen Missbrauchsvorwürfe auf dem Prüfstand.

Amber Heard schuldig gesprochen, auch Depp kassiert Millionen-Strafe - beide Seiten äußern sich nach Urteil

Update vom 01. Juni, 22.31 Uhr: Nach dem Prozess äußern sich die Protagonisten: „Die Enttäuschung, die ich heute fühle, kann man nicht in Worte fassen“, schrieb Amber Heard am Mittwoch via Kurznachrichtendienst Twitter. Dass die Jury ihr trotz eines „Bergs an Beweisen“ größtenteils nicht geglaubt habe, breche ihr Herz. Zudem sehe sie das Urteil als einen „Rückschritt“ für andere Frauen in ähnlicher Situation. „Ich bin traurig, dass ich den Prozess verloren habe. Aber ich bin noch trauriger, dass ich anscheinend ein Recht verloren habe, von dem ich davon ausgegangen war, dass ich es als Amerikanerin habe - frei und offen zu sprechen.“

Hollywood-Star Johnny Depp bedankte sich bei der Jury und seinem Anwaltsteam. „Diese Jury hat mir mein Leben zurückgegeben“, hieß es in einer Mitteilung von Depp am Mittwoch. „Das Ziel, diesen Prozess voranzubringen, war von Anfang an, die Wahrheit ans Licht zu bringen - egal wie es ausgehen würde. Die Wahrheit zu sagen war etwas, was ich meinen Kindern und all denjenigen, die mich immer unterstützt haben, geschuldet habe. Jetzt wo ich das geschafft habe, fühle ich eine inneren Frieden in mir.“ Für ihn habe nun ein neues Kapitel in seinem Leben begonnen. „Das Beste kommt erst noch.“

Depp-Heard-Prozess: Amber Heard schuldig gesprochen - auch Depp kassiert Strafe

Update vom 01. Juni, 21.55 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und dessen Ex-Frau Amber Heard haben die Geschworenen beide Seiten wegen Verleumdung schuldig gesprochen. Die Jury sprach Depp Schadenersatz in Höhe von zehn plus fünf Millionen Dollar zu, letztere Summe reduzierte die Richterin aufgrund entsprechender Regulierungen im Bundesstaat Virginia auf 350 000 Dollar. Heard sprach die Jury Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Dollar zu. Letztendlich muss Heard dem Urteil zufolge folglich 8,35 Millionen Dollar (knapp 8 Millionen Euro) an Depp zahlen. Eine Berufung in dem Fall gilt als wahrscheinlich. Heard hatte ihrem Ex-Mann häusliche Gewalt vorgeworfen, Depp wiederum beschuldigte sie, immer wieder gewalttätig geworden zu sein.

Die Verkündung des Urteils hatte sich zuvor verzögert, weil die Jury den von ihr als angemessen betrachteten Schadenersatz nicht auf dem entsprechenden Formular eingetragen hatte. Heard verfolgte die Urteilsverkündung ganz in Schwarz gekleidet vor Gericht, sie war in Begleitung ihrer Schwester zum Gericht gekommen. Depp zeigte sich nicht. Vor dem Gericht hatten sich zahlreiche Schaulustige und Fans vor allem von Depp versammelt, die nach dem Urteil in Jubel ausbrauchen und „Johnny, Johnny“ riefen.

Amber Heard kurz vor der Urteilsverkündung im Gericht. Im Prozess gegen Johnny Depp wurde sie schuldig gesprochen.
Amber Heard kurz vor der Urteilsverkündung im Gericht. Im Prozess gegen Johnny Depp wurde sie schuldig gesprochen. © dpa/Court TV Pool/AP | Uncredited

Update vom 01. Juni, 21.25 Uhr: Das Urteil lautet: Amber Heard wird der Verleumdung gegen Johnny Depp schuldig gesprochen! Das entschied die siebenköpfige Jury am Mittwochabend nach insgesamt 13-stündigen Beratungen. Das Geschworenengericht in Virginia sprach dem Schauspieler Depp außerdem 15 Millionen Dollar zu.

Update vom 01. Juni, 21.21 Uhr: Zunächst werden alle Anklagepunkte vorgelesen, dann folgt das finale Urteil. Aufgrund der vielen Punkte dauert dies einen Moment.

Update vom 01. Juni, 21.18 Uhr: Die Richterin ist zurück im Saal, das Urteil wird jetzt verlesen!

Update vom 01. Juni, 21.04 Uhr: Der Gerichtssaal ist gefüllt, die Urteilsverkündung wird mit Spannung erwartet. Gegen 21 Uhr sollte es los gehen, es dürfte also nur noch wenige Momente dauern. Allerdings gab es offenbar eine Panne bei einem Dokument, weshalb es eine kurze Verzögerung gibt.

Update vom 01. Juni, 20.08 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard haben sich die Geschworenen auf ein Urteil geeinigt. Das Urteil soll laut einer Gerichtssprecherin am Mittwoch um 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) verkündet werden. Die Entscheidung der siebenköpfigen Jury in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia fiel nach insgesamt 13-stündigen Beratungen an drei Tagen.

Depp hatte seine Ex-Frau auf 50 Millionen Dollar (rund 47 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt, nachdem sie ihn in einem Zeitungsbeitrag der häuslichen Gewalt bezichtigt hatte. Heard reichte Gegenklage ein und verlangte doppelt so viel Schadenersatz.

Der sechswöchige Gerichtsprozess war live im Internet übertragen und von einem Millionenpublikum verfolgt worden. In dem Verfahren hatte Heard ihrem Ex-Mann vorgeworfen, sie immer wieder misshandelt und auch sexuell missbraucht zu haben. Depp wies die Vorwürfe vehement zurück und beschuldigte stattdessen Heard, immer wieder gewalttätig geworden zu sein.

Fotomontage: Die Geschworenen haben sich auf ein Urteil im Prozess Johnny Depp gegen Amber Heard geeinigt. Es soll in Kürze verkündet werden.
Die Geschworenen haben sich auf ein Urteil im Prozess Johnny Depp gegen Amber Heard geeinigt. Es soll in Kürze verkündet werden. © IMAGO / ZUMA Wire / IMAGO / MediaPunch

Erstmeldung: Fairfax - Geht der Prozess zugunsten von Johnny Depp oder Amber Heard aus? Die Schlussplädoyers sind verlesen, nun beraten die sieben Geschworenen - allein am 31. Mai ganze sieben Stunden. Dabei stellten sie Richterin Penney Azcarate eine Frage, die Beobachter aufhorchen ließ. Sie betraf Heards Gastbeitrag in der Washington Post.

In dem Artikel aus dem Jahr 2018 bezeichnete sich die heute 36-Jährige als Opfer häuslicher Gewalt und schrieb unter anderem:

Soll die Geschworenen-Jury dabei die Überschrift für sich allein stehend als „falsche“ oder „richtige“ Aussagen bewerten – oder als Teil des ganzen Artikels?, war die Frage. Die Antwort: Getrennt.

Heards Anwalt hatte in seinem Schlussplädoyer betont, dass die Aussagen in dem Washington-Post-Beitrag wahr seien – unabhängig davon, ob die Geschworenen alle Vorwürfe Heards vor Gericht glauben. Heard war von 2015 bis 2017 mit Depp verheiratet und hatte ihn 2016 der häuslichen Gewalt bezichtigt und die Scheidung eingereicht. Heard nannte Depp in ihrem Washington-Post-Artikel nicht namentlich.

Depp vs. Heard: Diese Punkte beraten die Geschworenen

Die sieben Geschworenen sollen sich nach Informationen der New York Post nun unter anderem in diesen Fragen einigen:

Johnny Depp und Amber Heard vor Gericht: Einschätzungen und Prognosen

Das ist nun der interessante Punkt: Sollten die Geschworenen zu dem Schluss kommen, dass sich Heards Aussagen nicht unmissverständlich auf Depp beziehen – er wird ja nicht namentlich genannt –, könnte es vorbei sein mit seiner Schadenersatzklage wegen Verleumdung.

Die texanische Zivilrichterin Katherine Lizardo sagte der New York Post indes, es sei „zu früh für Schlussfolgerungen“ dazu, zu welcher Ansicht die Geschworenen-Jury neige. Sie meinte gegenüber dem Blatt aber, dass ihre Nachfrage einen Vorteil für Depp bedeuten könnte, denn „falls sie zu dem Schluss kommen, dass er sie nicht sexuell missbraucht hat, dann wären ihre Aussagen in dem Artikel verleumderisch“. 

Und der Verteidigungsanwalt Halim Dhanidina sagte der New York Post, die Nachfrage der Geschworenen zeige, dass sie sich nun auf „spezifische Aspekte von Verleumdung“ konzentrieren – zu viel in ihre Nachfrage hineinzuinterpretieren sei allerdings wie „Kaffeesatz lesen“. Zumindest zeige die Nachfrage aber, dass die Laienrichter ihr Bestes geben wollen. (frs)

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