Riesenwirbel um Alkoholverbot in Bahn

Hamburg - Ab 1. September sollen alkoholische Getränke in der Hansestadt aus Bussen und Bahnen verbannt werden. Die Deutsche Bahn ist davon wenig begeistert und kämpft mit einem Gegenargument gegen das Verbot.

Die Deutsche Bahn will das kommende Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr von Hamburg genau untersuchen. Die Hansestadt verbannt vom 1. September an alkoholische Getränke aus Bussen und Bahnen. Die Deutsche Bahn will sich das Projekt genau ansehen. Auf absehbare Zeit ist aber nicht daran gedacht, den Alkoholkonsum in allen Zügen und auf Bahnhöfen zu verbieten. Es gebe beim Thema Alkoholexzesse und Gewalt keine einfache Lösung, sagte ein Bahnsprecher der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Schon seit Anfang Juli läuft im Hauptbahnhof von Hannover ein Pilotprojekt: Dort haben sich die Geschäfte freiwillig verpflichtet, drei Monate lang freitags und samstags von 22 bis 6 Uhr keinen Alkohol zu verkaufen. In Zügen der privaten Eisenbahngesellschaft Metronom ist bereits seit November 2009 der Konsum alkoholischer Getränke untersagt.

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Ein Alkoholverbot ohne Ausnahmen würde auch die Falschen treffen, sagte der Bahnsprecher. So sei durchaus erwünscht, dass jugendliche Discobesucher sicher mit der Bahn nach Hause fahren könnten, auch oder gerade wenn sie zu viel getrunken hätten. Andererseits könne man Randale nicht allein dadurch verhindern, dass man das Trinken auf Bahnhöfen und in Zügen untersage. “Bei einem kompletten Verbot stellt sich die Frage: Wie kontrolliere ich das?“ Dazu wäre eine enorme Zahl an Sicherheitskräften nötig, sagte der Sprecher.

Schon heute habe die Bahn die Möglichkeit, Fahrgäste des Zuges zu verweisen, wenn sie betrunken seien und sich danebenbenähmen. An bestimmten Tagen und Orten, etwa zur Reisezeit von Fußballfans an Wochenenden, werde ohnehin mehr Polizei und Sicherheitspersonal eingesetzt.

dpa

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