RKI-Grafik zu Covid-19 zeigt Infektionsorte.
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RKI-Grafik zu Covid-19 zeigt Infektionsorte.

Covid-19-Infektionsort

Schule, Kita und privat: Neue RKI-Grafik zeigt, wo wir uns mit Corona anstecken

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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Trotz Corona-Maßnahmen sinken Neuinfektionen in Deutschland kaum. Doch wo stecken sich die Menschen an? Eine Grafik des Robert-Koch-Instituts (RKI) liefert Hinweise.

Berlin - Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind momentan zwar deutlich niedriger als im Vergleich zur Vorwoche, aber weiter auf einem hohen Niveau. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass sich über Ostern weniger Menschen testen ließen. Auch könnten Meldeverzögerungen bei den Gesundheitsämtern zu den geringen Zahlen geführt haben.

Covid-19: RKI-Grafik zeigt Ansteckungsorte

Die unsichere Datenlage ist verzwickt. Wo stecken sich die Menschen an? Wo sind die Ausbrüche besonders häufig? Das RKI hat eine Grafik zu den Ansteckungsquellen in Deutschland veröffentlicht. In bunten Balken werden alle Ausbrüche mit mehr als zwei Fällen dargestellt. Bei einigen Ausbrüchen spielen auch mehrere „Infektionsumfelder“ eine Rolle, wie im RKI Lagebericht (6. April) zu lesen ist. Nicht immer lasse sich abgrenzen, wo genau die Übertragung stattgefunden habe. Auch weist das RKI daraufhin, dass trotz der Auswahlmöglichkeiten nicht alle Infektionsorte abgebildet werden, in denen es zu Ausbrüchen kommt.

  • Der Großteil der Ausbrüche lässt sich Privathaushalten zuordnen.
  • Am Arbeitsplatz nehmen Ausbrüche seit Jahresbeginn zu.
  • Kindergarten und Hort gelten als Infektionsorte.
  • In Pflegeheimen und Krankenhäusern sinkt der Anteil der Ausbrüche seit Jahresbeginn kontinuierlich und deutlich.
  • Der Anteil von größeren Ausbrüchen (ab 5 Fällen) hat seit Jahresbeginn deutlich abgenommen.

Corona in Deutschland - Konkreter Ansteckungsort

Detaillierte Informationen zu erheben und zu übermitteln kostet Zeit. Gesundheitsämter hätten nicht immer die Kapazität dafür, räumt das Robert-Koch-Institut (RKI) ein. In einer kleineren Grafik dominieren deswegen hellgraue Balken. In diesen Fällen lässt sich kein Infektionsort oder eine Infektionsquelle bestimmen.

„Nur ein kleiner Teil der insgesamt gemeldeten COVID-19 Fälle kann einem Ausbruch zugeordnet werden, damit fehlen für eine Vielzahl der Fälle Informationen zur Infektionsquelle. Clustersituationen in anonymen Menschengruppen (z.B. ÖPNV, Kino, Theater) sind viel schwerer für das Gesundheitsamt erfassbar als in nicht-anonymen Menschengruppen (Privathaushalte, Familienfeiern, Schulklassen, etc.)„, erklärt das RKI. Und weiter: „Die vorliegenden Daten können demnach nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Übertragungen abbilden.“ Trotz der unvollständigen Quellen gibt die Übersicht doch einen Überblick auf die aktuellen Ansteckungsquellen in Deutschland.

Covid-19-Infektionsorte: Hellgraue Balken sind in der RKI-Grafik deutlich zu sehen. In diesen Fällen lässt sich kein konkreter Ansteckungsort ausmachen.

RKI: Mehr Corona-Ausbrüchen an Kitas und Schulen

Zu Beginn der Corona-Pandemie galten Altenheime und Krankenhäuser als Epizentren. Inzwischen sind mittlerweile weniger betroffen. Wohl auch aufgrund der Impfwirkung. Mehr Menschen stecken sich in privaten Haushalten oder am Arbeitsplatz an. Die Rolle von Kindern und Jugendlichen scheint sich laut dem RKI zu ändern. „Die Covid-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen“, teilte das RKI im Lagebericht (6. April) mit. Oft ist auch hier der Infektionsort unbekannt, doch Ausbrüche beträfen zunehmend Kitas und Schulen. Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordere die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischen und individuellen Maßnahmen zur Infektionsprävention. „Darüber hinaus muss der Eintrag von SARS-CoV-2 in die Einrichtungen möglichst verhindert werden.“ Mehr Infos finden Sie in unserem News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland.

RKI veröffentlichte düstere Osterprognose - Deutschland entwickelt sich zum Corona-Hotspot

Vor Ostern veröffentlichte das RKI eine düstere Prognose mit explodierenden Fallzahlen. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 300 rechnet das Berliner Institut schon nach den Osterfeiertagen. Die RKI-Prognose war auf den 11. April ausgelegt. (ml mit afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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