News-Ticker

Bundesregierung ändert Risiko-Liste: Verschärfte Regeln für Einreise aus Türkei, Israel und USA

Die deutschlandweite Corona-Inzidenz ist nun wieder höher als 30. Vor allem eine Altersgruppe treibt den Wert nach oben. Die Liste der Hochrisikogebiete wurde aktualisiert. Der News-Ticker.

  • Seit Anfang Juli steigt die Inzidenz in Deutschland. Die Zahl der positiven Corona-Tests nimmt kontinuierlich zu.
  • In Ravensburg gab es einen Corona-Fall in einem Club (Update 23.00 Uhr)
  • Türkei, USA und Israel werden Hochrisikogebiete (Update 14.03 Uhr und 17.17 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland wird regelmäßig aktualiesiert.

Update vom 13. August, 23.00 Uhr: Ein Besucher eines Clubs in Ravensburg ist positiv auf Corona getestet worden. Er habe den Club Kantine am vergangenen Samstagabend (7. August) besucht, teilte das Landratsamt am Freitag mit. Alle Besucher, die sich an jenem Abend zwischen 22.30 Uhr und 00.15 Uhr auch dort aufgehalten haben und weder vollständig geimpft noch genesen sind, müssen in häuslicher Quarantäne bleiben. Diese dauert 14 Tage und kann nicht durch ein negatives Testergebnis verkürzt werden, wie es hieß.

Laut Luca-App und Vorverkaufsdaten hätten sich nach den Angaben des Betreibers im relevanten Zeitraum 393 Personen im Club aufgehalten. Diese würden vom Gesundheitsamt kontaktiert. Mehrere Medien hatten zuvor über den Fall berichtet.

Der Club Kantine ist einer von zwei Clubs in Ravensburg, die in einem Modellversuch geöffnet worden waren. Ende Juli hatte das Kulturamt eine positive Bilanz gezogen: Es seien keinerlei Infektionen im Zusammenhang mit der Öffnung der beiden Clubs festgestellt worden. „Aus unserer Sicht könnte das Angebot fortgesetzt werden.“

BaWü: Corona-Zahlen erneut gestiegen

Update vom 13. August, 18.28 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen ist in Baden-Württemberg erneut gestiegen. In dem Land wurde heute beschlossen, dass künftig nur noch für Disco- und Clubbesuche PVC-Tests nötig sind. Die Inzidenz liegt nun bei 25,5 Ansteckungen je 100 000 Einwohnern. Das teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Freitag mit (16.00 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch 23,7 betragen. Über der 35er-Schwelle liegen der Stadtkreis Mannheim (53,4), der Main-Tauber-Kreis (39,3) und der Landkreis Lörrach (35,4). Im Südwesten gibt es 44 Stadt- und Landkreise.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg um 547 auf 510 526. Die Zahl der Corona-Toten liegt bei 10 435. Das heißt, seit dem Vortag gab es einen weiteren Todesfall. Als genesen gelten geschätzt 495 054 Menschen.

Update vom 13. August, 17.17 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die Türkei als Hochrisikogebiet ein. Ab Dienstag müssen Einreisende aus dem beliebten Urlaubsland, die nicht geimpft oder genesen sind, für fünf bis zehn Tage in Quarantäne, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Ebenfalls als Hochrisikogebiete eingestuft werden bereits am Sonntag die USA, Israel, Kenia, Montenegro, Vietnam sowie zwei französische Überseegebiete. Portugal wird dagegen mit Ausnahme der bei Touristen besonders beliebten Küstenregion Algarve und der Hauptstadt Lissabon von der Risikoliste gestrichen.

Baden-Württemberg: Nur noch PCR-Tests für Clubs und Discos

Update vom 13. August, 17.13 Uhr: Im Kampf gegen Corona soll in Baden-Württemberg künftig nur in Clubs und Diskotheken ein PCR-Test verpflichtend sein. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. In allen anderen Bereichen wie etwa der Kultur, der Gastronomie und Friseurläden soll künftig ein günstigerer Antigen-Schnelltest ausreichen. Zunächst hieß es, dass überall dort, wo in Innenräumen Abstand unmöglich ist - etwa auch bei Kulturveranstaltungen wie Konzerten - Ungeimpfte künftig einen PCR-Test vorweisen müssen.

Update vom 13. August, 15.12 Uhr: Eine Mutter hat offenbar einen Corona-Ausbruch bei Ferienspielen in Bielefeld (NRW) ausgelöst. Die mit Corona infizierte Frau schickte ihre auch positiv getestete Tochter wissentlich zu den Ferienspielen, berichten lokale Medien. Sieben weitere Kinder haben sich demnach angesteckt. 70 Kinder und Betreuer müssen in Quarantäne. Die Mutter muss wahrscheinlich eine Geldstrafe bezahlen, heißt es bei radiogütersloh.de.

Türkei, USA und Israel sollen Corona-Hochrisikogebiete werden

Update vom 13. August, 14.03 Uhr: Die Bundesregierung stuft laut einem Medienbericht zufolge die Türkei, die USA und Israel zu Hochrisikogebieten hoch. Portugal sei dagegen kein Risikogebiet mehr mit Ausnahme von Lissabon und der Algarve, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Hochstufung zum Hochrisikogebiet und die damit verbundenen Einreise-Regeln sollen in der Nacht zum Sonntag in Kraft treten. Im Fall der Türkei solle diese erst ab der Nacht zu Dienstag gelten. Und zwar mit Rücksicht auf die große Zahl von Reisenden mit türkischem Migrationshintergrund heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Regierungskreise. Einreisende aus sogenannten Hochrisikogebieten ohne einen Impf- oder Genesenen-Nachweis müssen zehn Tage in Quarantäne. Die Quarantäne-Pflicht kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test verkürzt werden.

Auf der RKI-Webseite ist noch auf dem Stand vom 6. August 2021 zu finden. Doch erfahrungsgemäß werden die Listen der RKI-Hochrisikogebiete im Laufe des Freitags aktualisiert.

Spahn sorgt mit Corona-Aussage für Wirbel

Update vom 13. August, 12.57 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit einer Corona-Aussage für Wirbel gesorgt. „Noch einmal durchhalten bis zum Frühjahr“ - so lautet die Marschroute für den Gesundheitsminister, wie Bild berichtet. Bei einer Video-Fraktionssitzung von CDU und CSU habe Spahn demnach auch vor einer vierten Welle gewarnt.

Corona: Höchste Inzidenz bei 15-bis 24-Jährigen

Update vom 13. August, 11.11 Uhr: Eine Altersgruppe treibt die Inzidenz in Deutschland an (siehe Erstmeldung). „Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 34-Jährigen zu beobachten, obwohl sich diese Tendenz inzwischen auch in den Altersgruppen bis 49 Jahre abzeichnet“. Lesen Sie hier mehr zu: Wer sich mit Corona ansteckt*.

Corona: Stiko aktualisiert Impfempfehlung von Kindern wohl nächste Woche

Update vom 13. August, 10.43 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer und Moderna sind in Deutschland ab zwölf Jahren zugelassen. Vielen Eltern fällt es jedoch schwer, sich für eine Impfung ihrer Kinder zu entscheiden. Das Problem: die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bisher nur Risikogruppen in diesem Alter eine Corona-Impfung - etwa bei Diabetes oder einer chronischen Lungenkrankheit. Es langen noch zu wenig Daten - das Risiko einer Impfung mit dem Risiko einer Infektion besser beurteilen zu können. Nächste Woche soll diese Stiko-Empfehlung aktualisiert werden.

„Diese Aktualisierung der Stiko-Empfehlung ist gerade in der letzten Bearbeitung, es geht noch um Textschliff“, sagte der Berliner Kinder- und Jugendarzt Martin Terhardt am Donnerstagabend in der rbb-„Abendschau“.

Mittlerweile könne man das Risiko von Herzmuskelentzündungen etwas besser beurteilen, sagte Terhardt im RBB. Das Risiko sei für Jungs etwas höher als für Mädchen und nach der zweiten Impfung etwas größer als nach der ersten. Das höchste Risiko (1 zu 16.000) hätten Jungs nach der zweiten Impfung. Die meisten dieser Herzmuskelentzündungen verlaufen dem Mediziner zufolge mild, es habe in der Altersgruppe auch keine Todesfälle dadurch gegeben.

Weiterhin schwer zu bewerten seien die dagegen Daten zum Risiko von Langzeitfolgen einer Corona-Infektion (Long Covid), sagte Terhardt. Denn auch bei Kindern ohne Corona-Infektion zeigten sich vergleichbare Signale: Der Kinder- und Jugendarzt sprach von „Long Lockdown“-Symptomen.

Corona: Inzidenz überspringt die 30 – in einer Stadt liegt sie bei mehr als 100

Erstmeldung: Der Trend setzt sich weiter fort: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 30,1. In der kreisfreien Stadt Kiel liegt sie dem RKI-Dashboard zufolge aktuell sogar bei 107,4. Laut Robert-Koch-Institut (RKI)* vom Freitagmorgen wurden binnen 24 Stunden 5.578 Neuinfektionen sowie 19 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19* verzeichnet.

Die 7-Tage-Inzidenz steigt seit Wochen in Deutschland wieder kontinuierlich an. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei 20,4 gelegen. Die Debatte, um der Wert als Hauptorientierung für die Corona*-Politik gelten soll, ist jedoch lebhaft. Ein erstes Bundesland will in wenigen Tagen ungeachtet der Inzidenz lockern.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner warnen vor „falscher Sicherheit“

Die Intensivmediziner in Deutschland warnen davor, sich angesichts der derzeit noch relativ niedrigen Corona-Patientenzahlen in Krankenhäusern „in falscher Sicherheit“ zu wiegen. Im Moment seien zwar nur drei Prozent der Betten mit Covid-Patienten belegt, sagte der Präsident des Intensivmediziner-Verbands Divi, Gernot Marx, den Funke-Zeitungen vom Freitag.

Aber es sei auch wieder ein leichter Anstieg der Corona-Fälle auf den Intensivstationen zu beobachten. Die Quote werde in den kommenden Wochen bei weiter steigenden Infektionszahlen vermutlich größer werden, sagte Marx voraus. Vor allem der vergleichsweise frühe Anstieg bei den stationären Corona-Behandlungen bereite ihm Sorge.

RKI meldet neue Corona-Zahlen für Deutschland und fordert mehr PCR-Tests

Um eine stärkere Ausbreitung des Erregers in Deutschland zu verhindern, sind laut RKI Labortests auch bei Kindern und Geimpften mit leichten Symptomen wichtig. Darauf hat die Gesundheitsbehörde in ihrem Wochenbericht vom Donnerstagabend hingewiesen.

In Arztpraxen sei die Zahl solcher PCR-Tests* in den vergangenen Wochen stark gesunken. Der Anteil positiver Ergebnisse wird jedoch bereits wieder größer. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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