Infektionsschutzbehörde

Aufgaben, Leitung, Finanzierung - so funktioniert das Robert Koch-Institut

Das Robert Koch-Institut (RKI) taucht während der Corona-Pandemie täglich in den Medien auf. Doch wie ist die Einrichtung eigentlich aufgebaut?

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) spielt während der Coronavirus-Pandemie eine wichtige Rolle.
  • Die Einrichtung übernimmt ganz bestimmte Aufgaben im Bereich Infektionsschutz.
  • Die Grundfinanzierung des Instituts erfolgt aus dem Bundeshaushalt

Das Robert Koch-Institut (RKI), das nach dem Mediziner und Mikrobiologen Robert Koch benannt ist, ist eine Einrichtung des Bundesministeriums für Gesundheit. Ihr Sitz ist in Berlin. Als zentrale Behörde für Krankheitsüberwachung und -prävention hat sie verschiedene Aufgaben. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 2 des „Gesetzes über Nachfolge­einrichtungen des Bundes­gesundheits­amtes“ (BGA-Nachfolgegesetz - BGA-NachfG). Demnach ist das RKI verantwortlich für :

- die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten

- epide­miologische Unter­suchungen einschließlich der Erkennung und Bewertung von Risiken

- Dokumen­tation und Information, Gesundheits­bericht­erstattung sowie Risiko­erfassung und -bewertung bei gentechnisch veränderten Organismen und Produkten und der Humangenetik.

So zählt das RKI seine Aufgaben auf seiner eigenen Webseite auf. Im Rahmen der sogenannten „Antennenfunktion“ bietet die Behörde eine Art Frühwarnsystem in Bezug auf gesundheitliche Gefährdungen wie beispielsweise die Corona-Pandemie*. Neben der Politik und der Fachöffentlichkeit informiert es auch die breite Öffentlichkeit, beispielsweise auf den eigenen Webseiten.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des RKI sollen die Grundlage für Entscheidungen im Bereich der Gesundheitspolitik darstellen. Beispielsweise basieren politische Entscheidungen über Corona-Beschränkungen* unter anderen auf den Fallzahlen* und dementsprechenden Empfehlungen, die das Robert Koch-Institut kommuniziert. Das RKI nimmt also zum einen wissenschaftliche, zum anderen aber auch beratende Aufgaben wahr.

RKI-Leitung und Struktur: Präsident, Vizepräsident, Fach-Leitung

Professor Dr. Lothar H. Wieler leitet das Robert Koch-Institut seit dem 1. März 2015 als Präsident. Der Fachtierarzt für Mikrobiologie hatte zuvor an der Freien Universität Berlin die Position des geschäftsführenden Direktors des Instituts für Mikrobiologie und Tierseuchen inne.

Vizepräsident des Robert Koch-Instituts ist Prof. Dr. Lars Schaade. Er ist Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und hatte zuvor den Bereich „Übertragbare Krankheiten, AIDS, Seuchenhygiene“ im Bundesministerium für Gesundheit geleitet.

Ebenfalls zur Leitung des RKI gehören der Leitungsstab mit den Referaten Grundsatzangelegenheiten und Recht, Gentechnik und Zulassung Stammzellgesetz. Auch gibt es drei Stabstellen zu den Themen Forschungskoordination, Öffentlichkeitsarbeit und Förderung der Globalen Biosicherheit sowie die Geschäftsstellen der Zentralen Ethikkommission für Stammzellenforschung, der Gendiagnostik-Kommission und des Arbeitskreises Blut.

Ferner gibt es im RKI* mehrere Fachabteilungen sowie das Zentrum für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene, die Zentrale Verwaltung sowie mehrere Projekt- und Nachwuchsgruppen. Dort gibt es jeweils Fachleitungen.

Robert Koch-Institut: Finanzierung und Korruption

Da das Robert Koch-Institut zum Bundesministerium für Gesundheit gehört, wird es durch den Bundeshaushalt finanziert, konkret erhält es Gelder aus dem sogenannten Einzelplan des Ministeriums. Der Haushalt ist öffentlich einsehbar unter der Webseite bundeshaushalt.de.

Zudem erhält das RKI für Forschungsarbeiten Fördermittel von nationalen und internationalen Geldgebern. Die Annahme von Spenden wird jeweils geprüft und festgehalten: Im Sponsoringbericht der Bundesregierung sind Name, Anschrift, Art, Wert und Verwendungszweck einsehbar. Um Korruption zu verhindern gibt es zudem eine Ansprechperson am Robert Koch-Institut, an die sich sowohl Beschäftigte des RKI als auch die breite Öffentlichkeit mit Hinweisen oder Bedenken wenden können. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Carsten Koall/dpa

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