Wegen Bestechungsvorwurf

"Röckli gelüpft": Polizistin landet vor Gericht

Bern - "Sie hat ihr Röckli gelüpft." Mit tiefen Einblicken soll eine Polizistin bei einer Verkehrskontrolle versucht haben, zwei Beamte zu bestechen. Jetzt landete sie dafür vor Gericht. Wie die Sache ausging:

Bei einer Verkehrskontrolle auf der Autobahn bei Bern kam es zu einem eher ungewöhnlichen Zwischenfall. Weil sie einem Camper zu nah aufgefahren war, ihn dann überholt hatte und über eine Sperrfläche gefahren war, wurde eine angehende Polizistin in Ausbildung an einer Raststätte kontrolliert. Bis hierhin ist noch alles normal. Doch angeblich soll sie dabei versucht haben, sich mit tiefen Einblicken aus der Affäre zu ziehen: "Sie wollte es in Naturalien begleichen und hat das Röckli gelüpft", soll einer der Beamten zu seinem Kollegen anschließend im Auto gesagt haben, berichtet die Berner Zeitung. Die Sache ging weiter an die Staatsanwaltschaft und landete schließlich als Bestechungs-Versuch vor Gericht.

Der Polizist, der die Kontrolle durchgeführt hatte, behauptete in seiner Aussage, dass sie Angst gehabt habe, die Polizeischule abbrechen zu müssen. Sie habe geweint und dann ihren Rock hochgezogen. Als Bestechung habe er es aber nicht wahrgenommen. Alles Quatsch, meint dagegen die Polizistin: "Das ist eine Beleidigung für mich und meinen Verlobten", so die Frau. Der Gerichtspräsident entschied anschließend, dass es keine Bestechung gegeben habe, weil kein eindeutiges Angebot gemacht worden sei. Sie habe zwar gefragt, ob man die Angelegenheit nicht anders regeln könne, aber wie der Rockzipfel dabei ins Spiel gekommen sei, wäre ihm nicht klar.

Das Bußgeld für die Verkehrsdelikte musste sie aber trotzdem zahlen.

Patrick Steinke

 

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Rubriklistenbild: © dpa

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