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Problemstorch Ronny ist aus Afrika ins brandenburgische Glambeck zurückgekehrt. Hier klopft er bei Familie Blase an.

Vogel terrorisierte ganzes Dorf

Rüpel-Storch Ronny ist zurück - und er wird Vater

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Glambeck - Das hat den Einwohnern von Glambeck gerade noch gefehlt: Storch Ronny ist zurückgekehrt. Diesmal gibt sich der Vogel aber friedfertiger als im vergangenen Jahr.

Für Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase aus dem brandenburgischen 127-Seelen-Dorf Glambeck stand spätestens Gründonnerstag fest: Er ist wieder da! Er, das ist Ronny, ein Weißstorch, der im vergangenen Sommer Schlagzeilen schrieb, weil er im Ort auf Autos und Fensterscheiben wild einhackte und so die Einwohner terrorisierte.

Nun ist der wilde Geselle zurück: „Bei uns im Garten ist er seine übliche Runde abgegangen - zur Eingangstür, um die Ecke zur Terrassentür, danach in die Grillhütte. Als wollte er nachschauen, ob noch alles da ist.“ Einen Unterschied zum letzten Jahr gibt es aber: Ronny ist ruhiger - und er hinkt!

Ronny als erster im Storchennest

Offenbar das Resultat zweier Kämpfe mit einem Rivalen um Storchenfrau und Nest. Denn - und auch das ist ein Unterschied zum Vorjahr - Ronny war diesmal der erste im Nest auf dem Kirchendach. „Und da war er in Topform“, wie eine Nachbarin mit direktem Blick auf das Storchennest erzählte. 2016 hatte er hingegen den Rivalen aus dem bereits bezogenen Horst werfen müssen. Die Störchin durfte zwar bleiben, sie hatte schon drei Eier gelegt. Rüpel-Ronny gab damals aber den bösen Stiefvater, der wohl über Weibchen und Brut wachte. Haushalt und Fütterung überließ er jedoch allein seiner Holden.

Das Ende vom Lied: Sie bekam die drei Küken nicht satt und warf kurzerhand zwei aus dem Nest. Immerhin gelang es der Alleinerziehenden, eines ihrer Storchenkinder durchzubringen. Die Natur ist manchmal grausam … Und Aggro-Ronny? Langweilte sich und terrorisierte die Nachbarschaft. Dunkle Autos und Fensterscheiben waren sein Ziel. Tierschützer vermuten, er sah im Spiegelbild einen Widersacher. Im Sommer 2016 standen irgendwann alle dunklen Fahrzeuge in Garagen und viele Fenster waren im Ort mit Laken zugehängt. Versicherungen zahlen solche Schäden übrigens nicht.

Hilde Peltzer-Blase ist Ortsvorsteherin von Glambeck.

Ring hilft bei Identifikation

Kein Wunder, dass die kleine Gemeinde aufstöhnte, als Ronny aus seinem Winterdomizil in Afrika zurückkehrte. Dass es wirklich Ronny ist, steht inzwischen amtlich fest: Er ist beringt und die Identifikationsnummer - er schlüpfte 2009 bei Neuruppin - stimmt.

Es scheint aber, als sei Ronny heuer friedlicher gestimmt. Und das liegt nicht nur an seiner Verletzung, die den Bewohnern Glambecks inzwischen ehrliche Sorgen bereitet. Ronny wird heuer selber Vater! Seine Storchendame brütet schon und man sah den ehemaligen Rowdy bereits mit kleinen Ästen im Schnabel übers Dorf segeln, um das Nest zu renovieren. „Er übernimmt Verantwortung“, staunt Peltzer-Blase. „Wenn sie im Nest klappert, kommt er sofort.“ Jetzt hofft sie, dass Ronny sich nach dem Schlüpfen der Jungen als liebevoller Storchenvater entpuppt. Und mit dieser Aufgabe vielleicht vom exzessiven Hacken und Hämmern abgehalten wird.

„Im Moment ist er durch die Verletzung ohnehin geschwächt“, sorgt sich Peltzer-Blase. Experten vom Naturschutzbund NABU wurden eingeschaltet, sie raten abzuwarten. Denn für eine Untersuchung müsste man Ronny einfangen. Das wäre Stress für das Vogelpaar, die alleingelassene Störchin würde ihr Nest nicht mehr verlassen, könnte keine Nahrung suchen, die Brut würde eingehen. Natürlich wäre es traurig, würde Ronny sterben, auch, weil dann ebenfalls Gefahr für die Jungen besteht. „Aber“, seufzt Peltzer-Blase, „man muss der Natur ihren Lauf lassen.“

Stichwort: Storch

Weißstörche sind eine Vogelart aus der Familie der Störche. Sie können etwa einen Meter groß werden und Flügelspannweiten von mehr als zwei Metern erreichen. Weil er sich durch Klappern mit seinem Schnabel verständigt, wird er auch Klapperstorch genannt. Die Vögel, die sich von Kleintieren ernähren, können bis zu 35 Jahre alt werden, im Alter von vier Jahren werden sie geschlechtsreif. Der Weißstorch ist ein Zugvogel, er überwintert in Afrika. Im Frühjahr kehren die Störche in ihre Brutquartiere zurück. Das Männchen wählt den Standort aus. Storchenpaare bleiben ihrem Nest meist über Jahrzehnte treu. Es wird ständig renoviert, sodass ein Horst bis zu zwei Tonnen wiegen kann. Das Gelege besteht aus zwei bis sieben Eiern. Brutzeit ist zwischen Anfang April bis Anfang August.

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