Rumänische Polizei geht auf Hexenjagd

Bukarest - Gegen drei angebliche Hexen und deren Komplizen ist die rumänische Polizei am Dienstag mit einer Razzia vorgegangen. Sie stünden im Verdacht des Betrugs und der Erpressung, hieß es.

Fahnder durchsuchten 13 Wohnungen im Großraum Bukarest. Die sieben Verdächtigen sollen ihren Opfern Angst eingejagt haben mit dem Behauptung, sie stünden unter dem Einfluss eines bösen Fluchs, von dem sie gegen Zahlung hoher Geldsummen befreit werden könnten.

In einem dieser Fälle habe das Opfer sogar 450 000 Euro an eine angebliche Hexe gezahlt, erklärte der Sprecher des rumänischen Polizeipräsidiums, Cristian Ciocan, nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. Das Opfer, das diese hohe Summe gezahlt habe, soll nach Angaben rumänischer Medien die populäre Sängerin, Schauspielerin und Fernseh-Moderatorin Oana Zavoranu gewesen sein.

Wahrsagerei sowie weiße und schwarze Magie sind in Rumänien ein einträgliches Geschäft für etliche selbst ernannte Hexen. Wie die meisten ihrer Kolleginnen hatten auch die nun von der Polizei verfolgten Frauen öffentlich damit geworben, dass sie bei Liebeskummer, im Krankheitsfall oder bei Karriereproblemen unter Einsatz überirdischer Kräfte helfen könnten.

Ein Versuch, diese Praktiken zu verbieten, war ein Jahr zuvor im Parlament gescheitert. Der Initiator dieses Gesetzesprojekts, Alin Popoviciu von der bürgerlichen Regierungspartei PDL, sagte jetzt dem Sender Realitatea TV, dass einige seiner Kollegen im Abgeordnetenhaus vertraulich eingeräumt hätten, selbst die Dienste der sogenannten Hexen in Anspruch zu nehmen.

dpa

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