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Polizisten sichern den Tatort in Waco: Mehr als 100 Motorräder könnten als Beweismittel beschlagnahmt und auf Einschusslöcher und Blutspuren untersucht werden.

Rund 170 Festnahmen

Tödlicher Rocker-Krieg: "Überall ist Blut"

Waco - In der texanischen Stadt Waco stehen die Behörden nach Kämpfen von Motorradgangs vor langen Ermittlungen gegen die Täter. Der Vorwurf lautet auf organisierte Kriminalität in Verbindung mit Mord.

Rund 170 Beteiligte seien unter dem Verdacht der organisierten Kriminalität in Verbindung mit Mord verhaftet worden, sagte Polizeisprecher Patrick Swanton. "Das ist der am meisten verwüstete Tatort, den ich in 34 Jahren bei der Polizei gesehen habe", sagte Swanton dem "Waco Tribune-Herald". "Überall ist Blut."

Der Auslöser für den Gewaltausbruch ist noch unklar. Er begann in den Toilettenräumen der "Twin Peaks Sports Bar and Grill" zunächst als Prügelei und setzte sich in der Bar fort, bis die Rocker dann auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum mit Messern, Baseballschlägern, Ketten und schließlich Schusswaffen aufeinander losgingen.

Der zu untersuchende Tatort, ein Parkplatz vor dem Einkaufszentrum, in dem sich das Lokal befindet, ist laut Swanton riesig. Mehr als 100 Motorräder und 50 bis 75 Fahrzeuge könnten als Beweismittel beschlagnahmt und auf Einschusslöcher und Blutspuren untersucht werden. "Wir haben es nicht eilig. Dies ist unser Tatort, und er ist abgeriegelt. Wir wollen nichts übersehen."

Da die Polizei im Vorfeld von dem Rocker-Treffen wusste, trafen rasch Beamte am Tatort ein - zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch schon neun Todesopfer und laut Medienberichten 18 Verletzte. Als die Polizisten eintrafen, wurden sie zunächst selbst zur Zielscheibe der Streitenden. Als diese sie beschossen, erwiderten die Polizisten das Feuer. "Die Zahl der abgegebenen Schüsse, wer wen erschossen hat und all dies wird Teil der Ermittlungen sein", sagte Swanton. Mehr als hundert Waffen wurden am Tatort beschlagnahmt.

Laut Sprecher Swanton hatte die Polizei der als Rockertreff berüchtigten "Twin Peaks Bar" im Vorfeld ihre Sorge angesichts des geplanten Bandentreffens mitgeteilt. Die Verantwortlichen der Bar hätten sich jedoch nicht kooperativ gezeigt. Das einer sogenannten "Breastaurant"-Kette angehörende Lokal, eine Anspielung auf die leicht bekleideten Kellnerinnen, muss nun für mindestens eine Woche schließen.

Ein Richter setzte die Kaution gegen jedes Bandenmitglied auf eine Million Dollar (880.000 Euro) fest, wie die Zeitung "Waco Tribune-Herald" berichtete. "Es ist wichtig, eine Botschaft zu senden", sagte er demnach. Viele der Täter seien Fremde gewesen. Auch sieben der Toten kämen nicht aus Waco. 18 weitere Menschen wurden verletzt.

Im Mittelpunkt des Streits standen Berichten zufolge die Gruppen Bandidos, Scimitars und Cossacks. Sogenannte Biker-Clubs wie diese entstanden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA und haben heute teils weltweit Ableger. Erkennbar an Lederjacken mit Ganglogos zeichnet die Banden eine Liebe für Motorräder und wenig Achtung für Gesetze aus. Viele sind an kriminellen Geschäften wie Drogenhandel beteiligt und dabei hoch professionell organisiert.

Die Polizei befürchtet Vergeltungsaktionen der beteiligten Rockergruppen. "Es wurden Drohungen ausgesprochen, unsere uniformierten Beamten zu töten", sagte Swanton.

dpa/afp

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