Die Russen-Kälte ist im Anmarsch

- München - "Claus" kommt aus Russland - und bringt die kältesten Tage dieses Winters nach Deutschland. In Bayern soll es durch das Hoch "knackig frisch" werden, kündigt Roland Reiter vom Wetterdienst Meteomedia an. Schon in dieser Nacht fiel die Quecksilbersäule auf minus 20 Grad. Auch tagsüber gibt's kaum wärmere Aussichten: minus sieben bis minus zwei Grad.

Wegen der Eiseskälte schlagen Experten jetzt Alarm - und raten zu Vorsichtsmaßnahmen, vor allem im Bereich der Gesundheit. "Entscheidend ist nämlich nicht die Außen-, sondern die Körpertemperatur", sagt Notfallmediziner Patrick Friederich: Kritisch werde es, wenn diese von 36,5 Grad absinke. Denn der Körper versuche bei niedrigen Außentemperaturen immer, "dagegen anzuarbeiten, zum Beispiel mit Zittern". Solche "Aufwärmarbeiten" seien jedoch "äußerst anstrengend fürs Herz". Herzpatienten und Lungenkranke sollten sich daher nicht allzu großer Kälte aussetzen. Auch allen anderen raten Mediziner unisono, sich sehr, sehr warm anzuziehen.

Besonders gefährdet sind Obdachlose. Viele Städte öffnen deshalb für sie die U-Bahnhöfe als Übernachtungsplätze. Andere Menschen ohne Dach über dem Kopf suchen Zuflucht in offen zugänglichen Vorräumen von Banken.

Wegen der extremen Temperaturen muss heute und morgen mit starken Behinderungen im öffentlichen Verkehr gerechnet werden. Am Mittwoch dann zieht die russische Kälte langsam wieder ab - ungewöhnliche Spuren dürfte sie bis dahin hinterlassen haben: So ist es äußerst wahrscheinlich, dass der Starnberger See - erstmals seit 1962 - komplett zugefroren sein wird. Und selbst die Isar, auch die "Reißende" genannt, dürfte an einigen Stellen weniger reißerisch, denn eisig sein.

Aufatmen lässt sich am Mittwoch dennoch nicht ganz: Obwohl Hoch "Claus" geht, wird das Wetter nicht schön (-er), sondern eher schmuddelig: Schnee und gefrierender Regen, das sind die trüben Aussichten zum Wochenende.

Unterdessen treiben die arktischen Temperaturen immer mehr Menschen aus Osteuropa in den Tod: Allein aus Polen wurden am Wochenende 21 Kältetote gemeldet. Auch in Estland und Moldawien gab es mehrere Opfer. In Russland wurden 40 registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen.

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