Russland baut Atomkraftwerk in Ostsee-Exklave Kaliningrad

Moskau - Russland hat den Bau eines Atomkraftwerks in der zwischen Polen und Litauen gelegenen Ostsee-Exklave Kaliningrad beschlossen. Das teilte die staatliche Atomholding Rosatom am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die Entscheidung über den Bau im Gebiet um das ehemalige Königsberg sei bereits am 13. August gefallen.

Nach bisherigen Plänen sollen zwei Reaktoranlagen mit einer Leistung von jeweils 1150 Megawatt bis zum Jahr 2015 ans Netz gehen. Der Standort liegt früheren Rosatom-Angaben zufolge 120 Kilometer von der Gebietshauptstadt Kaliningrad entfernt. Der Gesamtwert des Vorhabens wurde von Experten zuletzt mit fünf Milliarden Euro angegeben.

Geplant ist, einen Großteil des Stroms an EU-Staaten zu exportieren. Russland will modifizierte Druckwasserreaktoren vom Typ WWER verwenden. Das Kaliningrader Atomkraftwerk wird nach russischen Plänen mit dem künftigen litauischen AKW Ignalina-2 konkurrieren, das die veralteten Reaktoren des zur Sowjetzeit gebauten Atomkraftwerks Ignalina ersetzen soll.

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