Kinder springen aus Fenstern

Russland: Angreifer dringt in Schule ein und erschießt zahlreiche Schüler - mögliches Motiv bekannt

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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In der russischen Großstadt Kasan sind bei einem Angriff auf eine Schule laut Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Dramatische Videos kursieren.

  • Bei einem Angriff auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan gab es mehrere Tote und Verletzte. (siehe Erstmeldung)
  • Laut Berichten soll der Täter mit einem Maschinengewehr um sich geschossen haben. (siehe Update vom 11. Mai, 11.48 Uhr)
  • Die Behörden gehen derzeit von einem 19-jährigen Einzeltäter aus. Nun gibt es eine Vermutung zu einem möglichen Motiv. (siehe Update vom 12. Mai, 16.20 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 12. Mai, 11 Uhr: Einen Tag nach dem brutalen Angriff auf eine Schule in Russland steht das Land weiter unter Schock. Noch immer werden 23 Menschen in Krankenhäusern medizinisch behandelt, 20 von ihnen seien Schüler. Das bestätigt die Vize-Leiterin der Republik Tatarstan, Leila Faslejewa, am Mittwoch der Staatsagentur Tass zufolge. „Der Zustand aller ist stabil“, sagte Faslejewa. Einige Personen seien jedoch auch weiterhin schwer verletzt, acht Patienten sollten für eine weitere Behandlung in die Hauptstadt Moskau verlegt werden.

Bei der Tat in einem Gymnasium in Kasan waren nach Angaben der Behörden neun Menschen getötet worden - die meisten von ihnen Kinder. Die Polizei nahm demnach einen 19-jährigen Verdächtigen fest, der legal eine Waffe besessen hatte. Die Hintergründe des Angriffs waren zunächst unklar. Gegen den jungen Mann wird wegen Mordes ermittelt. Erste Details zu einem möglichen Motiv waren am Dienstag durchgesickert (siehe Update vom 11. Mai, 16.20 Uhr). Die Behörden schließen einen terroristischen Hintergrund aus.

Nach Angaben der Behörden soll die Schule nun saniert werden. Bilder aus dem Schulgebäude hatten verwüstete Gänge und zersplittertes Glas auf dem Boden gezeigt. Wie die Tageszeitung Kommersant schrieb, war es zur Explosion einer selbst gebauten Handgranate gekommen.

Russland: Angreifer dringt in Schule ein und erschießt zahlreiche Schüler - mögliches Motiv bekannt

Update vom 11. Mai, 16.20 Uhr: Nach dem bewaffneten Angriff auf eine Schule in Kasan ist das Entsetzen in Russland groß. Laut Behördenangaben gibt es inzwischen mindestens neun Todesopfer. Ein 19-Jähriger wurde festgenommen. Die Behörden in der Republik Tatarstan schlossen zunächst einen terroristischen Hintergrund aus. Das Motiv der Tat ist allerdings weiter unklar.

Die Staatsagentur Tass schrieb unter Berufung auf Sicherheitskreise von „Hass“ als möglichem Motiv des mutmaßlichen Täters. Der 19-Jährige sei der Polizei zuvor nicht aufgefallen. „Er wuchs ganz gewöhnlich auf“, hieß es demnach. Wie das Ermittlungskomitee am Nachmittag mitteilte, wurde gegen den jungen Mann ein Strafverfahren wegen Mordes eingeleitet.

In der Hauptstadt Moskau gedachten Regierungsvertreter und Abgeordnete der Staatsduma mit einer Schweigeminute der Opfer. Bereits am Vormittag hatte Präsident Wladimir Putin den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen (siehe Update vom 11. Mai, 11.48 Uhr). Das Bildungsministerium empfahl allen russischen Schulen, die Sicherheit zu erhöhen. Dazu sollten „zusätzliche Maßnahmen“ ergriffen werden, hieß es. Die Bürger in der Republik Tatarstan wurden zu zusätzlichen Blutspenden aufgerufen. Laut Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa wurde zusätzliches medizinisches Fachpersonal in die Region geflogen.

Nach einem Angriff auf eine Schule im russischen Kasan gibt es mindestens neun Tote und zahlreiche Verletzte.

Russland/Kasan: Angriff auf Schule - Behörden gehen von Einzeltäter aus

Update vom 11. Mai, 13.39 Uhr: Nach dem Angriff auf eine Schule gehen die Behörden in Kasan von einem Einzeltäter aus. „Es gab nur einen Täter“, erklärte eine Behördensprecherin am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. „Informationen über zwei sind nicht richtig“, stellte sie klar. Zuvor war noch von einem möglichen zweiten Tatverdächtigen die Rede gewesen.

Der Republikchef von Tartastan, Rustam Minnichanow, nannte den festgenommenen 19-jährigen Tatverdächtigen einen „Terroristen“. Auf ihn soll auch die genutzte Waffe registriert worden sein. Den Waffenschein soll der mutmaßliche Täter Berichten zufolge erst im April bekommen haben. Die Hintergründe des Angriffs blieben zunächst unklar.

Russland/Kasan: Angriff auf Schule - Zahlreiche Verletzte im Krankenhaus

Update vom 11. Mai, 12.35 Uhr: Nach dem tödlichen Angriff auf eine Schule im russischen Kasan werden 18 Schulkinder in Krankenhäusern behandelt. Sechs von ihnen seien in einem kritischen Zustand, teilten die Behörden am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit. Die ersten Operationen liefen bereits.

Ärzte untersuchten demnach auch Kinder mit Verletzungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen. Einige Schüler waren Berichten zufolge aus dem Fester gesprungen, um sich in Sicherheit zu bringen (siehe Update vom 11. Mai, 10.35 Uhr). Außerdem seien drei Erwachsene verletzt worden. Laut Behördenangaben sind bei dem Angriff auf die Schule mindestens acht Menschen getötet worden. In Berichten der Staatsagenturen waren zuvor übereinstimmend elf Todesopfer gemeldet worden.

Zahlreiche Einsatzkräfte waren nach dem Angriff auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan vor Ort.

Russland/Kasan: Angriff auf Schule - Täter soll mit Maschinengewehr um sich geschossen haben

Update vom 11. Mai, 11.48 Uhr: Nach dem Angriff auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan äußerte sich nun auch der russische Präsident Wladimir Putin*. „Der Präsident spricht den Angehörigen der Kinder, die durch die Hand des Schützen gestorben sind, sein tiefes Beileid aus und wünscht den Schulkindern, die verletzt wurden, baldige Genesung“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag laut der Agentur Interfax. Putin wies demnach zudem an, eine neue Regelung für zivilen Waffenbesitz auszuarbeiten.

Ein mutmaßlicher Schütze wurde festgenommen. Laut einer regionalen Behörde handelte es sich um einen Einzeltäter. Zuvor hatte es Berichte über einen möglichen Komplizen gegeben. Laut russischen Medienberichten soll der festgenommene mutmaßliche Täter 19 Jahre alt sein. Demnach soll der festgenommene Verdächtige vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Instant-Messaging-Dienst Telegram angekündigt haben.

Der mutmaßliche Täter soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in Russland Wachpersonal an den Eingängen. Ob das auch bei der betroffenen Schule in Kasan der Fall war, blieb zunächst unklar.

In einer Schule in der russischen Großstadt Kasan sind Schüsse gefallen. Es werden Tote und Verletzte gemeldet.

Russland/Kasan: Angriff auf Schule - Video zeigt Trümmer im Schulgebäude

Update vom 11. Mai, 10.50 Uhr: Nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur Tass wurden 32 weitere Menschen verletzt, darunter viele Kinder. Laut dem Präsidenten der Region Tatarstan, Rustam Minnichanow, soll es sich bei einem Großteil der toten Schüler um Achtklässler handeln, berichtet die Bild. Zwölf Schüler und vier Erwachsene seien demnach laut Minnichanow mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

„Wir haben eine Explosion im Schulgebäude gehört, wir sehen starken Rauch“, berichtete ein Augenzeuge gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Eine Lehrerin erklärte laut Tass, sie habe zunächst eine Explosion und daraufhin Schüsse gehört.

Ein Video, das wohl das innere der Schule zeigt, scheint die Berichte über eine Explosion zu stützen. Trümmerteile von Türen und Fenstern liegen auf dem Boden im Flur der Schule umher. Die Aufnahmen, geteilt von der russischen Tageszeitung Iswestija, gleichen einem Schlachtfeld.

Russland/Kasan: Angriff auf Schule - Zahl der Todesopfer steigt Berichten zufolge auf elf

Update vom 11. Mai, 10.35 Uhr: Die Zahl der Opfer des bewaffneten Angriffs auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan ist weiter gestiegen. Zwei russische Staatsagenturen berichten inzwischen übereinstimmend von elf getöteten Menschen - die meisten von ihnen offenbar Kinder.

Der Republikchef Tatarstans, Rustam Minnichanow, spricht von einer Tragödie, wie ARD Moskau auf Twitter berichtet. Einer der mutmaßlichen Täter, ein 19-Jähriger, sei demnach festgenommen worden. Ein zweiter wurde laut ARD Moskau von Einsatzkräften erschossen.

Die beiden Angreifer sollen das Feuer eröffnet haben, wie die ARD Tagesschau aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Tass zitiert. Tass zufolge konnte die Polizei einen der Täter festnehmen, während sich der zweite vorerst noch im Gebäude befand. Die Schüler sollen zwischenzeitlich aus der Schule gerettet und etwa in benachbarten Gebäuden untergebracht worden sein.

Russland/Kasan: Verstörende Szenen zeigen Schüler auf ihrer Flucht vor dem Angriff

Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie Schüler offenbar verzweifelt versuchen, aus dem Schulgebäude zu entkommen. Teilweise sieht man, wie Schüler sogar aus den Fenstern der oberen Stockwerke springen. Die filmende Person kann das Geschehene offenbar kaum fassen und ruft selbst vor Schreck laut aus.

Russland/Kasan: Anschlag auf Schule - Mehrere Todesopfer nach Anschlag

Erstmeldung vom 11. Mai: Kasan - Bei einem Angriff auf eine Schule in der russischen Großstadt Kasan sind mehrere Menschen getötet worden. Zwei russische Staatsagenturen berichteten am Dienstag übereinstimmend von acht getöteten Schulkindern und einer Lehrkraft. Es war zunächst von mindestens einem, möglicherweise zwei Schützen die Rede. Demnach soll auch eine Explosion zu hören gewesen sein.

Den Agenturberichten zufolge nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Ein weiterer Täter soll sich möglicherweise zunächst noch in der Schule aufgehalten haben. Die Schüler wurden laut den Berichten aus dem Gebäude begleitet und unter anderem in einem benachbarten Kindergarten untergebracht.

Russland/Kasan: Anschlag auf Schule - Mehrere Schüler nach Angriff tot - alle aktuellen News hier

Videos vom Tatort in den sozialen Netzwerken zeigen, wie Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes und der Polizei mit Blaulicht und Sirenen zur Schule rasten. Menschen standen vor dem Gebäude und beobachteten die Lage. Im späteren Verlauf wurde das Schulgelände weiträumig abgesperrt.

Die Großstadt Kasan, in der sich der Angriff auf die Schule ereignete, liegt rund 720 Kilometer östlich von der russischen Hauptstadt Moskau und zählt mehr als eine Million Einwohner. In Russland waren die Schüler erst am Dienstag nach einer Woche Ferien in den Unterricht zurückgekehrt. (ph/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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