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Großbritannien und Russland schickten am Sonntag Flugzeuge nach Ägypten, um ihre Staatsbürger nach Hause zu holen. 

Auch Großbritannien holt Tausende zurück

Russland schickt dutzende Flieger nach Ägypten

Moskau - Gut eine Woche nach dem mutmaßlichen Anschlag auf einen russischen Passagierjet in Ägypten holen Großbritannien und Russland mit Hochdruck ihre Landsleute aus Scharm el Scheich zurück.

Allein in den letzten 24 Stunden seien 11.000 russische Touristen nach Hause gebracht worden, teilte Vizeministerpräsident Arkadi Dworkowitsch am Sonntag auf einem Moskauer Flughafen mit. Während Kairo den Bomben-Verdacht noch nicht bestätigt sieht, hält auch die Bundesregierung laut einem Medienbericht einen Anschlag für "sehr plausibel".

Bis zum Wochenende hielten sich bis zu 80.000 Russen in Ägypten auf. Moskau kündigte die Entsendung von 44 Flugzeugen an, um diejenigen abzuholen, die seit Tagen auf ihren Rückflug warten. "Heute ist in dieser Hinsicht der betriebsamste Tag", sagte Dworkowitsch.

Der Kreml hatte alle Flugverbindungen nach ganz Ägypten am Freitag überraschend untersagt, unzählige Touristen saßen dadurch in dem Land fest. Dworkowitsch kündigte am Sonntag an, es würden russische Experten nach Scharm el Scheich geschickt, um zu kontrollieren, ob die Sicherheitsvorkehrungen dort erhöht werden müssten.

Aus Großbritannien waren am Samstag neun Passagiermaschinen in Scharm el Scheich gelandet und hatten fast 2000 Briten zurück auf die Insel geflogen, wie Behördenvertreter sagten. Die britische Regierung warnte zugleich, dass für manche britischen Touristen der Aufenthalt in den Ferienressorts am Roten Meer unfreiwillig noch länger dauern werde.

Angesichts einer "begrenzten Anzahl von Flügen", die von Scharm el Scheich aus täglich starten könnten, sei es wahrscheinlich, dass Reiseveranstalter "einigen Leuten raten werden, ihren Aufenthalt zu verlängern", sagte ein Regierungssprecher. Die Kosten würden erstattet. Rund 20.000 Briten hielten sich zum Zeitpunkt des Absturzes am Samstag vergangener Woche in Ägypten auf.

Der Passagierjet der russischen Metrojet-Gesellschaft war kurz nach dem Start in Scharm el Scheich abgestürzt - keiner der 224 Menschen an Bord überlebte. Die meisten Opfer waren russische Urlauber aus St. Petersburg. Dort wurde am Sonntag in einem Gottesdienst an die Toten gedacht, die Glocken der Isaaks-Kathedrale läuteten 224 Mal. Die Zeremonie wurde im Fernsehen übertragen.

Trotz der Hinweise auf einen Bombenanschlag legt sich die ägyptische Regierung noch nicht auf einen Verdacht zur Absturzursache fest. Auf dem Stimmenrekorder aus dem Cockpit sei zwar ein "lautes Geräusch in der letzten Sekunde" zu hören, sagte der ägyptische Chefermittler Aiman al-Mokaddem am Samstag in Kairo. Er wollte daraus aber noch "keine Schlussfolgerung" ziehen.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" sprechen indes auch aus Sicht der Bundesregierung alle verfügbaren Informationen dafür, dass die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) die Maschine mit einer an Bord geschmuggelten Bombe zum Absturz brachte. Der sehr plötzliche Höhenabfall des Flugzeugs, ohne dass die Stimmenrekorder zuvor Unregelmäßigkeiten aufgezeichnet hätten, mache einen Bombenanschlag "sehr plausibel", zitierte die "F.A.S." einen hohen Berliner Sicherheitsbeamten.

AFP

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