+
Die Pussy-Riots: (v.l.) Jekaterina Samuzewitsch, Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, im Gerichtsgebäude in Moskau.

Urteil wird überprüft

Neue Hoffnung für Pussy-Riot-Häftlinge

Russland - Hoffnung für die inhaftierten Mitglieder der Punkband Pussy Riot: Russlands Oberster Gerichtshof hat die Überprüfung der Hafturteile gegen die Musikerinnen angeordnet.

Die russische Justiz ordnete jetzt eine Überprüfung der Pussy-Riot-Urteile an. Vor allem an den Motiven der Frauen gebe es Zweifel, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil. Demnach wurde "kein Beweis" erbracht, dass die beiden Musikerinnen tatsächlich von "Hass auf eine bestimmte soziale Gruppe" getrieben waren.

Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina sitzen derzeit eine zweijährige Haftstrafe ab.Ihnen war vorgeworfen worden, im Februar 2012 aus "Hass" ein Punkgebet in einer Moskauer Kathedrale gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt zu haben. Gemeinsam mit ihrer Bandkollegin Jekaterina Samuzewitsch wurden die jungen Frauen im August 2012 verurteilt, diese kam später jedoch auf Bewährung frei. Der Prozess war international kritisiert worden.

Das Gericht urteilte nun, dass weder das Motiv des Hasses bewiesen, noch "mildernde Umstände" berücksichtigt wurden wie das junge Alter der Angeklagten, ihre familiäre Situation oder die Gewaltfreiheit ihrer Taten. Die 24-jährige Tolokonnikowa hat eine fünfjährige Tochter, die 25-jährige Alechina einen sechsjährigen Sohn. Die Frauen seien außerdem nicht vorbestraft gewesen, auch das sei nicht als mildernder Umstand berücksichtigt worden.

Der Gerichtshof verwies die Sache an das zuständige Moskauer Gericht zurück. Die beiden Pussy-Riot-Mitglieder sollen planmäßig im März kommenden Jahres aus der Haft freikommen. Bislang scheiterten alle Versuche, eine vorzeitige Haftentlassung zu erreichen. Aktivisten hoffen nun auch auf ein geplantes Amnestiegesetz, mit dem die Frauen früher freikommen könnten. Es liegt derzeit im Parlament.

Tolokonnikowa verbüßt ihre Strafe seit kurzem in einem Lager in Sibirien, wohin sie nach einem Protest gegen die Haftbedingungen in Mordwinien verlegt worden war. Derzeit wird sie wegen der Folgen eines Hungerstreiks und des tagelangen Transports im Krankenhaus behandelt.

Alechina ist in einem Arbeitslager in der Region Perm im Ural inhaftiert.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Israelische Forscher verwandeln Hühnerkot in eine Art Kohle
Aus Hühnerkacke Kohle machen? Das ist keine Alchemie sondern moderne Technik. In den heutigen Zeiten muss sich noch erweisen, ob man damit auch Geld machen kann.
Israelische Forscher verwandeln Hühnerkot in eine Art Kohle
Jahrelang unbezahlte Rechnungen: Was Behörden in einer spanischen Wohnung finden, macht sprachlos
In Madrid machen die Behörden einen ungeheuren Fund: Als sie wegen unbezahlten Rechnungen in eine Wohnung eindringen, finden sie einen toten Mann - der dort wohl schon …
Jahrelang unbezahlte Rechnungen: Was Behörden in einer spanischen Wohnung finden, macht sprachlos
Mehr Unfälle auf deutschen Straßen als im Vorjahr
Wie sicher sind Deutschlands Straßen? Das statistische Bundesamt hat nun Zahlen veröffentlicht. Fazit: Mehr Unfälle, weniger Personenschäden.
Mehr Unfälle auf deutschen Straßen als im Vorjahr
Mehr Unfälle aber weniger Tote und Verletzte auf den Straßen
Wiesbaden (dpa) - Auf deutschen Straßen sind in den ersten neun Monaten 2017 weniger Menschen getötet und verletzt worden als vor Jahresfrist. Es gab aber mehr Unfälle.
Mehr Unfälle aber weniger Tote und Verletzte auf den Straßen

Kommentare