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Aufräumarbeiten an der schicksalhaften Weiche in Berlin

S-Bahn-Unfall: Menschliches Versagen?

Berlin - Laut einem Zeitungsbericht gibt es Hinweise, wonach ein Mitarbeiter eines Stellwerks in Berlin zur falschen Zeit eine Weiche umstellte - worauf die S-Bahn entgleiste.

Nach Informationen des „Tagesspiegels“ hat ein Stellwerks-Mitarbeiter eine Weiche zu früh umgestellt, so dass vier der sechs Wagen eines Zuges der Linie S25 auf das falsche Gleis geschickt wurden, berichtet das Blatt (Donnerstag). Die Deutsche Bahn wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Bahnsprecher verwies am Mittwochabend gegenüber der Nachrichtenagentur dpa auf noch laufende Untersuchungen der Behörden. Beim Eisenbahn-Bundesamt in Bonn war keine Stellungnahme mehr zu erhalten.

Am Dienstag war ein S-Bahnzug unweit des Bahnhofs Tegel entgleist, als Wagen auf ein falsches Gleis gelenkt wurden. Zwei Wagen sprangen aus den Schienen. Sechs Menschen wurden leicht verletzt, darunter der Triebfahrzeugführer. Er erlitt einen Schock. Experten sprachen von einem glimpflichen Ausgang.

Fest stehe, dass die Bahn zum Unglückszeitpunkt über eine Weiche gefahren sei, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Ermittler hatten zunächst nicht ausgeschlossen, dass sich in dem Moment die Weiche umgestellt haben könnte. Ob die Weiche den Unfall wirklich ausgelöst habe, sei aber nicht klar, sagte der Sprecher. Sowohl technisches wie menschliches Versagen werde geprüft. Auch das Eisenbahnbundesamt sei eingeschaltet. Ein Bahnexperte sieht im schlechten Zustand der Weiche eine mögliche Ursache des Unglücks.

S-Bahn entgleist in Berlin - Sechs Verletzte

S-Bahn entgleist in Berlin - Sechs Verletzte

Dass sich eine Weiche selbst verstelle, könne im Eisenbahnverkehr vorkommen, erläuterte S-Bahnchef Peter Buchner am Mittwoch an der Unfallstelle. Spekulationen, die Weiche sei nicht an das Stellwerk angeschlossen gewesen, wies die S-Bahn zurück. Es handele sich um eine aktive Weise, die auch elektrisch angeschlossen gewesen sei.

Mutmaßungen des Berliner S-Bahn-Tisches, wonach ein Achsbruch den Unfall ausgelöst haben könnte, konnte der Bundespolizei-Sprecher nicht bestätigen. Über diese These sei bislang nicht gesprochen worden. „Wir warten die offiziellen Ergebnisse der Untersuchungen ab.“ Buchner wies die Spekulationen mit Nachdruck zurück.

Abschnitte der Linie S25 werden voraussichtlich noch bis Samstag gesperrt bleiben. Erst dann könnten die Bahnen zwischen den Haltestellen Tegel und Henningsdorf wieder fahren, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner.

dpa

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