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Feuerwehrleute im Einsatz in Saarbrücken. Foto: Oliver Dietze

Vorwurf Brandstiftung

Wohnhausbrand mit vier Toten: 37-Jährige sitzt in U-Haft

Vier Tote, mehr als 20 Verletzte: Einen Tag nach dem Feuer in Saarbrücken sitzt eine Frau in Untersuchungshaft. Ihr wird Brandstiftung mit Todesfolge vorgeworfen.

Saarbrücken (dpa) - Das Feuer mit vier Toten in einem Saarbrücker Wohnhaus ist vermutlich gelegt worden. Eine 37 Jahre alte Bewohnerin des Hauses sitzt seit Montag wegen Brandstiftung mit Todesfolge in Untersuchungshaft, wie das Amtsgericht Saarbrücken mitteilte.

Bei dem Feuer waren am Sonntag vier Menschen getötet und 25 verletzt worden. Die 37-Jährige soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken das Kopfkissen ihres Bettes mit Feuerzeugbenzin getränkt und angezündet haben. Anschließend habe sie die Wohnung verlassen und so wenigstens leichtfertig den Tod von vier Menschen verursacht.

Die Frau war am späten Sonntagabend festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft war sie auf das Gelände zurückgekehrt und soll sich als Verursacherin des Brandes zu erkennen gegeben haben. Sie sei zuvor bereits mehrfach wegen Vermögensdelikten aufgefallen. Laut Polizei wurde sie in die Justizvollzugsanstalt Zweibrücken gebracht.

Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer gegen 13.30 Uhr in der Wohnung der festgenommenen 37 Jahre alten Frau im ersten Obergeschoss ausbrach. Das Feuer blieb nach Angaben der Polizei auf die Wohnung begrenzt. Es breitete sich aber schnell im ganzen Haus Rauchgas aus.

Die vier Menschen kamen durch Rauchgasvergiftung ums Leben. Es waren 31 Polizisten, 115 Feuerwehrleute, über 30 Rettungsdienstkräfte, 20 Helfer vom Malteser Hilfsdienst sowie Notfallseelsorger im Einsatz.

Nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr Saarbrücken gab es in dem Haus Rauchwarnmelder. Feuerwehrleute hätten bei dem Einsatz von einzelnen piepsenden Geräten berichtet. Ihre Anzahl sei aber "eher nicht ausreichend" gewesen. Vorgeschrieben sind die Rauchwarnmelder in Schlafräumen und auf Wegen, die von dort ins Freie führen.

Die saarländische Landesgruppe der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft kritisierte, dass der Einsatz der Feuerwehr am Sonntag durch Personalmangel erschwert worden sei. Es seien zu wenige Feuerwehrleute im Dienst gewesen, außerdem sei ein Fahrzeug mit Drehleiter ausgefallen, sagte der Landesgruppenvorsitzende Detlef Schütz.

Ein Sprecher der Stadt sagte, der Ausfall habe sich nicht negativ ausgewirkt, da zu dem Zeitpunkt die Menschenrettung bereits abgeschlossen gewesen sei. Es seien außerdem genügend Feuerwehrleute ausgerückt. Bei einer Plenarsitzung am Montag gedachten die Abgeordneten im saarländischen Landtag der Opfer mit einer Schweigeminute.

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