Sadist bietet Menschen zur Tötung an: Haft

Zürich - Dass er im Internet eine Mutter und deren Tochter zur „Schlachtung“ anbot, soll ein "Jux" gewesen sein, erklärte ein sadistisch veranlagter Schweizer. Das Gericht glaubte ihm nicht. 

Der Täter hatte sich in einem Sado-Maso-Forum unter dem Pseudonym „Marquis el Diablo" als die ihm bekannte 27-jährige Frau ausgegeben, die angeblich nach einem „strengen Herren“ suche, der sie und ihre zwölfjährige Tochter quälen, töten sowie am Spieß braten würde. Das Gericht wies die Erklärung des Mannes zurück, die Anzeige sei „nur ein Jux“ gewesen.

Laut Anklage meldeten sich 39 „Interessenten“ bei der zunächst ahnungslosen Frau. Im Verhöre erklärte der Beschuldigte, er habe nur dem Ehemann der Frau helfen wollen. Dieser damals mit ihm befreundete Polizist habe im „Scheidungskrieg“ gelegen. Um die Frau in die Flucht zu treiben, habe er ohne Wissen seines Freundes das Inserat geschaltet und die Adresse der Frau weitergegeben.

Das Bezirksgericht in Winterthur sprach den Verwaltungsangestellten der versuchten Anstiftung zu vorsätzlicher Tötung schuldig und verurteilte den 53-Jährigen am Freitag zu sieben Jahren Gefängnis. Der Mann hatte 1988 im Kanton Bern eine junge Archäologin erschossen. Dafür war er zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall, der im Herbst 2010 landesweit Abscheu hervorgerufen hatte, 17 Jahre Haft beantragt.

dpa

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