Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall in Gießen wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen.
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Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall in Gießen wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Strafverfahren eingeleitet

Drama um Säugling in Auto: Von Eltern fehlte jede Spur - Polizei ermittelt

Ein Zeuge hat am Mittwochabend Babyschreie aus einem Auto in Gießen gehört. Weil von den Eltern jede Spur fehlte, verständigte er die Polizei. 

  • Ein Baby wurde in einem überhitzten Auto in Gießen gefunden
  • Von den Eltern fehlte jede Spur
  • Zeuge reagiert schnell, Feuerwehr und Polizei greifen ein

Gießen - Ein Zeuge ist am Mittwochabend im Pfarrgarten in Gießen auf einen schreienden Säugling aufmerksam geworden. Dieser befand sich allein in einem verschlossenen Auto - von den Eltern fehlte jede Spur. Der Zeuge habe laut Polizei etwa zehn Minuten gewartet. 

Gießen: Feuerwehr befreit Baby aus überhitztem Auto

Weil er davon ausgehen musste, dass das Auto sich vermutlich stark überhitzt hatte, verständigte er die Polizei. Diese traf weitere zehn Minuten später zeitgleich mit Feuerwehr und Rettungsdienst in Gießen im Pfarrgarten ein. 

Mitarbeiter der Feuerwehr schlugen die Scheibe des Wagens ein und befreiten den Säugling. Dieser zeigte offenbar schon Erschöpfungssymptome.

Gießen: Baby zur Behandlung in Klinik, Strafverfahren eingeleitet

Das Kind wurde zur weiteren Behandlung in eine Klinik in Gießen gebracht, wenig später erschienen die beiden Eltern. Gegen beide Personen wurden Strafverfahren eingeleitet. Hinweise bitte an die Polizeistation Gießen Nord unter der Rufnummer 0641 - 7006 3755.

Rechtlich ist laut bussgeldkatalog.org jeder zur Hilfe verpflichtet, wenn die Gefährdung eines Kindes bemerkt wird, da es sich sonst um unterlassene Hilfeleistung handelt. Demnach habe das Zerstören einer Autoscheibe kein juristisches Nachspiel, wenn dies unter der Voraussetzung des Notstands erfolgt ist.

Gießen: Besonders Kleinwagen erhitzen schnell

Studien von Forschern der Universität Georgia haben ergeben, dass die Temperatur in einem geschlossenen Auto in nur fünf Minuten um etwa vier Grad und nach zehn Minuten um bis zu sieben Grad ansteigt. Das heißt konkret: Steht ein Auto circa eine Stunde in der prallen Sonne, klettert die Temperatur darin von 30 auf über 50 Grad und mehr. Besonders schnell sollen sich Kleinwagen erhitzen, heißt es weiter.

Besonders Babys und Kleinkinder können so schnell einen Kreislaufkollaps erleiden. Schließlich regulieren ihre Körper die Wärme noch nicht richtig. Dadurch können sie sich nicht so leicht an höhere Umgebungstemperaturen anpassen.

red

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