Bei Computerspiel „gestört“

Säugling zu Tode geprügelt - Eltern vor Gericht

Nach dem qualvollen Tod eines zehn Wochen alten Babys steht der Vater des Kindes seit Montag wegen Mordes vor Gericht.

Bochum - Der Mann aus Herne soll seinen Sohn misshandelt haben, weil ihn das Schreien bei einem Computerspiel gestört habe. Am ersten Prozesstag vor dem Bochumer Schwurgericht äußerte sich der 30-Jährige noch nicht zu den Vorwürfen.

Der Säugling war im Januar mit Atemstillstand ins Krankenhaus gebracht worden. Drei Wochen lang kämpften die Ärzte um das Leben des Kindes - am Ende vergeblich. Todesursache war Hirnversagen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte seinen Sohn mehrfach geschüttelt, geschlagen und absichtlich fallen gelassen hat, weil er seine Ruhe haben wollte.

Nach Angaben des Verteidigers hat der 30-Jährige die schweren Folgen nicht für möglich gehalten. „Er hat zu keiner Zeit damit gerechnet, das Kind so zu schädigen“, sagte der Anwalt am Rande der Verhandlung.

Auch die Mutter des Kindes ist angeklagt - wegen Misshandlung durch Unterlassen. Die 32-jährige Studentin soll ihrem Sohn nicht geholfen haben, obwohl sie die schweren Verletzungen erkannt habe. Auch sie sagte noch nichts zu den Anklagepunkten. Nach Angaben ihrer Verteidigerin werden die Anschuldigungen aber wohl bestritten. Für den Prozess sind zunächst noch zwölf Verhandlungstage bis zum 29. August vorgesehen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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