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Symbolfoto.

New York: Schneesturm in die offene Wunde

New York - „Nor'easter“ heißen solche Stürme und der Name klingt schon kalt. So etwas ist im November an der Ostküste normal - aber nicht, wenn in der Region schon vorher ein Hurrikan gewütet hat.

Bei einigen hielt der Strom ganze zwei Tage. Gut eine Woche nach dem Wirbelsturm „Sandy“ hat ein neuer Sturm in New York und anderen Teilen der US-Ostküste wieder zu Stromausfällen geführt. An vielen Stellen brach der Verkehr zusammen, weil Autos im Schnee steckenblieben und Flugzeuge nicht fliegen konnten. In Manhattan fuhr die U-Bahn (schon wieder) nicht. Solche Stürme sind zwar im November in dieser Region nichts besonderes. Dieser traf mit starkem Wind und eisigem Schneeregen aber auf eine von „Sandy“ schwer geschlagene Region.

„Es ist Schnee in die offene Wunde“, kommentierte ein Reporter die stundenlangen Schneefälle. Am Dienstag hatten noch Tausende auf den Straßen den Wahlsieg von Barack Obama gefeiert, am Mittwoch steckten sie im Schnee fest und am Donnerstag lag eine weiße Decke über der Millionenstadt.

Das ist weder viel Schnee noch kam er überraschend. Doch für die an ihren Grenzen arbeitende Infrastruktur reicht es, um zumindest für einige Stunden im Chaos zu versinken. Und wer neun Tage nach „Sandy“ noch in der Notunterkunft oder ohne Heizung im Holzhaus sitzt, findet bei Temperaturen um den Gefrierpunkt keinen Trost in den Zehntausenden Decken, die die Stadt New York verteilt.

Sandy hinterlässt Chaos und verheerende Schäden

"Sandy" hinterlässt Chaos und verheerende Schäden

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde war der Sturm gar nicht so viel langsamer als „Sandy“. Aber dennoch war der neue viel schwächer und hat bei weitem nicht die Schäden des ersten verursacht. Aber er genügte, um bei Zehntausenden den Strom abzudrehen. Am Mittwochabend hatten zum Beispiel auf Long Island 198 000 Kunden keinen Strom - 150 000 von ihnen allerdings schon seit „Sandy“ am Montag. Montag letzter Woche!

Mehr als 1700 Flüge mussten abgesagt werden - auch der von Außenminister Guido Westerwelle, dessen Regierungsmaschine nicht starten konnte. Auf den Stadtautobahnen quälte sich der Verkehr im Schneetreiben voran, noch langsamer als sonst. In den U-Bahnen verdrehten die sorgengewohnten New Yorker die Augen, wenn die Durchsage kam: „Sorry Leute, wegen Stromausfalls zwischen der 86. und der 125. Straße werden alle Züge aufgehalten. Vielleicht wäre der Bus eine Alternative.“ Wäre er nicht, denn der wühlte sich ja auch nur im Schritttempo durch den Schnee.

„Es wäre eine gute Idee, drinzubleiben“, hatte Bürgermeister Michael Bloomberg den New Yorkern geraten - fast die gleichen Worte wie eineinhalb Wochen zuvor. „Hurrikan Sandy hat Bäume angeknackst und Teile können jetzt gefährlich herumfliegen“, begründete er seine Warnung. Im Central Park fielen zehn Zentimeter Schnee, in anderen Teilen der Stadt noch mehr.

Und es soll noch weitergehen. Zwar ist mit Wind vorerst nicht zu rechnen, Schnee kommt aber weiter aus Neuengland. Der Sturm nach dem Sturm erinnert den bibelfesten Gouverneur des stark betroffenen New Jersey, Chris Christie, schon an die zehn Plagen: „Ich warte jetzt nur noch auf Heuschrecken und Beulenpest.“

dpa

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