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Matthias Kopp ist der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz.

"Titanic" gegen Papst: Das sagt die Kirche

Bonn - Der Papst-Titel der Zeitschrift “Titanic“ ist für die katholische Kirche keine Satire, sondern eine “Entgleisung“. Das Interview mit Matthias Kopp, dem Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz.

Damit werde Papst Benedikt XVI. gedemütigt und verächtlich gemacht, sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, in einem dpa-Interview. “Hier ist nicht nur die Grenze des guten Geschmacks überschritten gewesen, hier wurden Grenzen missachtet.“ Deswegen sei die Kirche gegen die “Titanic“ gerichtlich vorgegangen. Am Dienstag verhängte die Pressekammer des Hamburger Landgerichts eine einstweilige Verfügung gegen die Satirezeitschrift. Die “Titanic“ will wiederum gegen das Verbot vorgehen - dem sieht Kopp gelassen entgegen.

Die katholische Kirche ist wiederholt Ziel satirischer Beiträge der Zeitschrift “Titanic“ gewesen. Offiziell hat die Kirche diese ignoriert. Warum kommt jetzt diese Reaktion?

Matthias Kopp: “Hier ist nicht nur die Grenze des guten Geschmacks überschritten gewesen, hier wurden Grenzen missachtet. Was “Titanic“ an Entgleisung gebracht hat, ist keine Satire, sondern die Demütigung und Verächtlichmachung des Papstes. Will der Chefredakteur von “Titanic“ so abgebildet sein? Was wäre in unserem Land, wenn andere Religionsvertreter oder führende Politiker so abgebildet werden? Wo es notwendig ist, müssen Grenzen aufgezeigt werden, deshalb ist die Entscheidung des Landgerichtes Hamburg ein wichtiges Zeichen.“

Wie ist das Vorgehen von den Gläubigen aufgenommen worden?

Kopp: “Sehr positiv. Wir haben seit Dienstag große Mengen Post erhalten und freuen uns über die breite Zustimmung, die die Entscheidung aus Hamburg ausgelöst hat.“

Die Zeitschrift will das Verbot nicht hinnehmen und Widerspruch einlegen. Wie wird das juristische Prozedere weitergehen?

Kopp: “Wir sehen dem gelassen entgegen. Nur wäre es an der Zeit, wenn der Chefredakteur begreift, dass er die Öffentlichkeit eingeschränkt informiert: Er spricht immer nur von der Titelseite von “Titanic“, die ein Scherz gewesen sei. Er hat offensichtlich in seinen Interviews vergessen, dass “Titanic“ auch auf der Rückseite entgleist ist. Das Gericht hat ja Vorder- und Rückseite des Covers beanstandet. Da kann sich Herr Fischer nicht mehr mit Limonade herausreden.“

Wie hat der Papst von dem Titelbild erfahren und ist bekannt, wie er reagiert hat?

Kopp: “Der Vatikan ist auf das Cover aufmerksam gemacht worden. Was der Papst persönlich darüber denkt, weiß ich nicht. Aber es ist völlig niveaulos, was sich “Titanic“ hier geleistet hat und in keiner Weise für uns akzeptabel. Deshalb war es richtig und notwendig, Persönlichkeitsrechte zu verteidigen.“

dpa

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