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Das Streitobjekt: Baa. Das Schaf soll wegen Tierschutz-Ambitionen des Gemeinderates seinem Besitzer weggenommen werden.

Dieses Schaf ist seinem Besitzer 131.000 Euro wert

Sydney - Der Gemeinderat seines Wohnorts möchte ihm sein Haustier wegnehmen: ein Schaf. Doch Vu Hoan Ho lässt sich nicht unterkriegen. Der Vietnam-Flüchtling kämpft gegen australische Behörden.

Ein Rasenmäher von Porsche, Ferrari oder Lamborghini wäre wohl die billigere Option gewesen. Doch der Automechaniker Vu Hoan Ho will sein Geld auch weiter dafür ausgeben, sein Hausschaf Baa gegen die Tierschutz-Ambitionen des Gemeinderats zu verteidigen: Vor zwölf Jahren kaufte sich Hu das Tier, um das Gras vor seinem Haus und seiner Werkstatt in einem Vorort von Melbourne kurz zu halten. Schon 168 000 Australische Dollar (knapp 131 000 Euro) hat das Gerichtsverfahren Ho gekostet, doch er gibt nicht auf.

Der Gemeinderat von Dandenong an der australischen Südküste fordert eine größere Auslauffläche für Baa. Wenn er die Anordnung weiter ignoriert, droht im der Bankrott und der Verlust seines Hauses. Doch Ho hat noch Geld in seiner „Kriegskasse“: „Wenn sie kommen wollen, um mir mein Schaf wegzunehmen, dann müssen sie mich wieder vor Gericht zerren“, sagt er. „Ja, ich werde bis zum Ende kämpfen.“

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Bisher hat der Gemeinderat Recht bekommen, auch im vergangenen Monat vor dem Obersten Gerichtshof des Bundesstaates Victoria. Verwaltungschef John Bennie erläutert, die Gemeindeordnung untersage die Haltung von Vieh auf weniger als einem halben Hektar. „Das Gesetz will sicherstellen, dass Nutztiere - etwa Schafe - genug Platz dazu haben, in angemessener und artgerechter Umgebung zu grasen, sich zu vermehren und zu leben.“ Auch wenn der Gemeinderat verstehe, wie sehr Menschen an ihren Haustieren hängen, so müsse man doch auch an Nachbarn und die Tiere selbst denken.

Und Ho hängt sicherlich sehr an Baa: Jeden Tag fährt sie auf der Ladefläche seines Lieferwagens mit ihm zur Arbeit. Seien sie getrennt, sagt Ho, leide auch sein wolliges Haustier. Auf seinen Zuruf reagiere Baa sofort. „Sie ist ein empfindungsfähiges Wesen“, sagt Ho, und kein Nutztier, das man einfach so züchtet und schlachtet. Wenn man Katzen und Hunde als Haustiere in beengter städtischer Umgebung halten dürfe, warum dann nicht auch ein Schaf, fragt er. „Gibt es einen guten Grund dafür, dass der Gemeinderat nur mein Schaf verfolgt, und all die Hunde und Katzen in Frieden lässt?“

Im Jahr 1979 war Ho, damals noch Journalist, aus einem Gefängnis in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem ehemaligen Saigon, geflohen. Übers Meer gelangte er zunächst in ein Flüchtlingslager in Thailand. In Australien hat er die meiste Zeit als Automechaniker gearbeitet. Sein Englisch ist nicht perfekt, doch aus finanziellen Gründen will er ab jetzt sein eigener Anwalt sein: „Es ist sehr einfach für mich, Reparaturanleitungen zu lesen, aber nicht Jura-Lehrbücher.“

Und doch hat er sich in gesetzliche Detailfragen erstaunlich gut eingearbeitet. Die Macht der australischen Behörden fürchtet der Ex-Häftling des kommunistischen Regimes in Vietnam nicht: „Wenn ich gewinne, dann ist das ein Sieg der einfachen Leute gegen die, die Macht haben und sie missbrauchen.“

dpa

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