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José Alvarenga vor (l.) und nach seinem Schiffbruch.

Zweifel an Josés Geschichte

Vorher - nachher: Nimmt ein Schiffbrüchiger zu?

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Sydney - 10.000 Kilometer und ein Jahr lang soll der Schiffbrüchige José Alvarenga in einem kleinen Boot auf dem Meer getrieben sein. Ausgemergelt wirkt er aber nicht, wie Vorher-Nachher-Bilder zeigen.

Mehr als ein Jahr als Schiffbrüchiger auf hoher See: Man könnte meinen, dass eine derartige Odysee nicht spurlos an einem vorbei geht. Doch ausgemergelt oder abgemagert sieht José Alvarenga, der in der vergangenen Woche im Südpazifik gestrandet ist, nicht aus. Nun wurde ein Foto veröffentlicht, das den 37 Jahre alten Mann aus El Salvador, vor dem Schiffsunglück zeigt. Und siehe da: Abgemagert hat José Alvarenga während seiner Tortur auf dem offenen Meer nicht. Lediglich sein Vollbart und seine Strubbel-Mähne lassen den Fischer etwas mitgenommen aussehen.

Das Vorher-Nachher-Fotos schürt Zweifel an seiner Geschichte. 13 Monate ohne richtige Nahrung, ohne medizinische Versorgung und dennoch gut genährt und im Großen und Ganzen unversehrt. Kann das sein? Noch dazu erzählt Alvarenga, ein zweiter Mann, mit dem er zusammen in See gestochen war, sei während der Zeit vor Hunger und Durst gestorben. Doch hätte dann nicht auch er deutlich an Gewicht verlieren müssen? Er selbst berichtet, er habe sich von Schildkröten und Muscheln ernährt und in der Not Blut und Urin getrunken. Um eine besonders kalorienreiche Ernährung handelt es sich dabei zumindest nicht.

Ob die Geschichte stimmt, weiß bisher nur Alvarenga selbst. Außenminister der Marshallinseln Gee Bing sagte dem australischen Sender ABC: "Wir haben noch keine Gelegenheit gehabt, seine Geschichte zu verifizieren".

Fest steht bisher nur, dass der nach eigenen Angaben 37-Jährige vergangene Woche in einer zerfledderten Unterhose mit einem kaputten Boot auf dem Ebon-Atoll der Marshallinseln angespült wurde. Diese liegen rund 10.000 Kilometer westlich von Mexiko, wo Alvarenga im Jahr 2012 zum Fischen gestartet haben will.

vh

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