Die Bergungstrupps schneiden Löcher in den Rumpf, um Tauchern besseren Zugang zu geben. Foto: Wu Hong
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Die Bergungstrupps schneiden Löcher in den Rumpf, um Tauchern besseren Zugang zu geben. Foto: Wu Hong
Mehr als 4000 Helfer sind im Einsatz. Foto: Yuan Zheng
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Mehr als 4000 Helfer sind im Einsatz. Foto: Yuan Zheng
Angehörige können die Nachrichten nicht fassen. Foto: Stringer
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Angehörige können die Nachrichten nicht fassen. Foto: Stringer
Bergungsschiff mit einem Kran am Unfallort. Der gigantische Jangtse-Strom ist der längste Fluss Asiens. Foto: Wu Hong
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Bergungsschiff mit einem Kran am Unfallort. Der gigantische Jangtse-Strom ist der längste Fluss Asiens. Foto: Wu Hong
Retter auf dem Boden des gekenterten Touristenschiffs. Foto: Featurechina
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Retter auf dem Boden des gekenterten Touristenschiffs. Foto: Featurechina

Mehr als 440 Tote befürchtet

Helfer öffnen Schiffswrack

Peking - Nach der Schiffskatastrophe auf dem Jangtse in China kommen die Bergungsarbeiten nur langsam voran. Fast 400 Menschen werden noch im Wrack vermisst.

Drei Tage nach der Schiffskatastrophe auf dem Jangtse in China haben Helfer erst 75 Leichen geborgen. Bei dem Unglück im Sturm sind vermutlich mehr als 440 Menschen ums Leben gekommen. Es gibt kaum noch Hoffnung auf Überlebende.

Die Bergungstrupps haben begonnen, Löcher in den Rumpf des kieloben liegenden Flusskreuzfahrtschiffes "Stern des Orients" zu schneiden, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Die Chancen, dass jemand im Rumpf überlebt haben könnte, waren nach Angaben des Fernsehens gering. Nur 14 Menschen konnten nach dem Kentern des Schiffes lebend gerettet werden. An Bord waren 456 Menschen - meist ältere Touristen, die eine elftägige Jangtse-Tour machten. Die Tragödie bei Jianli (Provinz Hubei) könnte Chinas schlimmste Schiffskatastrophe sei fast sieben Jahrzehnten werden.

Schwierigkeiten bei Bergungsarbeiten

Schlechtes Wetter und heftige Regen behinderten die Bergungsarbeiten, berichteten die Staatsmedien. Die Taucher kamen in dem trüben, 15 Meter tiefen Wasser nur schwer voran. Viele umgefallene Möbelstücke blockierten die Gänge innerhalb des Schiffes, berichtete das Fernsehen. Kabinentüren seien von innen verriegelt. Wegen der schlechten Sicht könnten sich die Taucher nur mit den Händen vortasten. Mehr als 200 Taucher arbeiteten in Schichten.

Die Bergungstrupps wollten drei Löcher in den Rumpf schneiden, um Tauchern besseren Zugang zu geben. Es bestehe aber die Gefahr, dass dann Luft aus dem Inneren entweicht, das Schiff davon instabil wird oder weiter sinkt, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Die Einsatzkräfte befestigten Stahlseile am Kiel, um das Wrack zu stabilisieren. Fünf Bergungsschiffe standen mit großen Kränen bereit, um das Schiff zu halten. Um zu verhindern, dass die Strömung die Leichen wegtreibt, wurden Fischernetze um das Wrack gelegt.

Behörden verstärken Bemühungen

Mehr als 4000 Helfer waren im Einsatz. 130 Schiffe beteiligten sich an der Suche nach Opfern, die auf 220 Kilometer flussabwärts ausgeweitet wurde. Die Behörden verstärkten auch ihre Bemühungen, sich um die Angehörigen zu kümmern, unter denen sich Unmut über die Behandlung regte. Viele sind auf eigene Faust zum Unfallort gefahren. Die Behörden räumten nach Angaben des Staatsfernsehens ein, dass es nach dem plötzlichen Unglück "schwierig ist, sich um die Bedürfnisse eines jeden Familienmitglieds zu kümmern".

Der Staatsrat hat Ermittlungen zur Ursache des Unglücks eingeleitet. Es gab viele Fragen über das Verhalten des Kapitäns und Chefingenieurs, die beide überlebt haben und in Polizeigewahrsam gehalten werden. Nach ihren Angaben soll ein Tornado das vierstöckige Schiff plötzlich in Schieflage und "in nur ein bis zwei Minuten" zum Kentern gebracht haben. Unklar war, warum der erfahrene Kapitän trotz des schlechten Wetters weiterfuhr, während andere Schiffe anhielten.

CCTV Twitter

New York Times mit Karten

dpa

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