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Angehörige warten im Hafen auf überlebende Passagiere des verunglückten Ausflugsschiffes "Bulgaria"

Schiffsunglück: Taucher finden viele Kinderleichen

Moskau - Nach der schweren Schiffskatastrophe mit vermutlich etwa 110 Toten auf dem russischen Fluss Wolga bergen Taucher immer mehr Leichen. Die Schuld für das Unglück könnte beim Kapitän liegen.

Unter den Toten seien auch etwa 30 Kinder. Eine Vielzahl der Leichen sei am Morgen im Inneren des Schiffswracks gefunden worden - in den Kajüten, aber auch im Restaurant und in der Bar des Ausflugsschiffs “Bulgaria“. Das teilte der russische Zivilschutz nach Angaben der Agentur Interfax am Montag mit. Die Zahl der Geretteten wurde mit etwa 80 Menschen angegeben.

Das mehr als 50 Jahre alte Ausflugsschiff “Bulgaria“ war am Nachmittag bei einem schweren Unwetter drei Kilometer vom Ufer entfernt gesunken. Nach ersten Erkenntnissen gehen Ermittler davon aus, dass der Kapitän zu viele Passagiere an Bord und die Wettervorhersagen missachtet hatte. Der Präsident der Teilrepublik Tatarstan, Rustam Minnichanow, sagte, dass an Bord des am Sonntag bei Unwetter gesunkenen Ausflugsschiffs “Bulgaria“ 196 Menschen gewesen seien. Demnach gab es Reisende, die nicht auf der Passagierliste standen. 

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“Der Kapitän hätte wissen müssen, dass das Wetter keine Kreuzfahrten erlaubt“, sagte der Sprecher der örtlichen Zivilschutzbehörde, Michail Turkow, nach Angaben der Agentur Interfax.

Taucher suchten die ganze Nacht hindurch bei extrem schlechter Sicht im Wasser von weniger als einem Meter nach Opfern des Unglücks. Eine Vielzahl der Toten war am Morgen im Inneren des Schiffswracks gefunden worden - in den Kajüten, im Restaurant und in der Bar der “Bulgaria“. Medien in Moskau sprachen von einer Tragödie. Hunderte Helfer waren im Einsatz. Überlebende erhielten psychologische Betreuung. Das nachfolgende Kreuzfahrtschiff “Arabella“ hatte Dutzende Menschen von der sinkenden “Bulgaria“ gerettet. Am späten Sonntagabend war zunächst nur von zwei Toten die Rede gewesen. Tatarstan ordnete für Dienstag einen Tag der Trauer an.

Die “Bulgaria“ war bei Sjukejewo etwa 80 Kilometer von Kasan - der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan - entfernt gesunken. Das Schiff mit zwei Decks ging nach Augenzeugenberichten bei dem Unwetter innerhalb weniger Minuten unter. An der Unglücksstelle ist die Wolga den Angaben zufolge am breitesten und etwa 20 Meter tief. Das Schiff des Reiseanbieters “Agroretschtur“ war nach Medienberichten um 1955 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut worden.

dpa

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