"Schlacht um London": Militär-Einsatz?

London - Nach der dritten Nacht mit schweren Krawallen in London hat der britische Premierminister David Cameron für Dienstagmorgen den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Um 10 Uhr deutscher Zeit soll das Komitee um den vorzeitig aus dem Urlaub zurückgekehrten Premier zusammentreten. In der Nacht hatten Jugendgangs und andere Gewalttäter in der britischen Hauptstadt erneut Häuser und Autos angezündet. Erstmals gab es auch Ausschreitungen in Liverpool, Birmingham und Bristol. Die Polizei agierte verhältnismäßig zurückhaltend auf die Gewaltausbrüche und bekam die Lage - den Fernsehbildern nach zu urteilen - kaum in den Griff. Deshalb wurde in London darüber diskutiert, das Militär zur Beruhigung der Lage einzusetzen. Viele Bürger forderten, härter gegen die randalierenden Jugendlichen vorzugehen.

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Die Krawalle hatten in der Nacht zum Sonntag im Londoner Problemviertel Tottenham begonnen. Zuvor war dort ein 29-Jähriger von einem Polizisten erschossen worden. Am Dienstagmorgen gab es Berichte über Gewalt, Brände und Plünderungen aus acht Stadtvierteln in allen Teilen Londons - von Ealing im Westen bis Hackney im Osten, von Croydon im Süden bis Camden im Norden. Bei einer Schießerei in Croydon wurde ein Mann schwer verletzt. Britische Zeitungen sprachen von einer “Schlacht um London“. Seit Beginn der Ausschreitungen wurden nach Angaben von Scotland Yard 334 Randalierer festgenommen. Die Polizei hatte in der Nacht allein in der britischen Hauptstadt rund 6000 Beamte im Einsatz. 44 Polizisten wurden verletzt. Am Dienstagmorgen wurden zwei für den Abend in London angesetzte Spiele des englischen Fußball-Ligapokals verschoben.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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