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Acht Jahre nach dem Brand in einem Schlafwagen fordert die Deutsche Bahn einen Freispruch.

Schlafwagenbrand: Bahn fordert Freispruch

Paris/München - Mehr als acht Jahre nach dem Schlafwagenbrand mit zwölf Toten will die Deutsche Bahn nun in einem Prozess in Frankreich auf Freispruch plädieren:

Das Verfahren gegen die Deutsche Bahn beginnt am 14. März. “Es war eine Verkettung tragischer Umstände“, sagte Jens-Oliver Voß, ein Sprecher der Deutschen Bahn, am Freitag in Paris. “Technisch gesehen war der Zug einwandfrei“, betonte Bahn-Anwalt Walther Graf.

In dem Nachtzug von Paris nach München war im November 2002 nahe der ostfranzösischen Stadt Nancy ein Feuer ausgebrochen. Zwölf Menschen starben an Rauchvergiftung, unter ihnen drei Deutsche sowie eine fünfköpfige amerikanische Familie.

Eine Tochter der Bahn, die DB Autozug GmbH, ist der Nebentäterschaft wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, dass sich die Passagiere nur schlecht retten konnten. So waren die Türen zwischen den Waggons abgesperrt, der Notfallhammer war nicht auf den ersten Blick sichtbar in einem Spiegelschrank untergebracht. Außerdem fehlte einer von zwei Feuerlöschern.

Der Anwalt der Deutschen Bahn hingegen betont, dass der französische Zugchef für die Sicherheit an Bord zuständig gewesen sei. Dieser habe gewusst, dass die Waggontür verschlossen gewesen sei. Außerdem habe es keine Sicherheitsabsprache gegeben. Der Schlafwagenschaffner habe weder die Mobilnummer des Zugchefs gehabt noch gewusst, wo sich dessen Abteil befand. 

Nach Darstellung des Anwalts hatte der Schlafwagenschaffner den Brand ausgelöst, weil er seine Tasche versehentlich auf einer eingeschalteten Herdplatte abgestellt hatte. Seine Uniform, die an einem nicht dafür vorgesehenen Platz über der Herdplatte hing, fing sofort Feuer. Die Klimaanlage tat ein Übriges, dass sich das Feuer rasend schnell ausbreitete. Schließlich kam der Zug auch noch in einem Gelände zum Stehen, das für die Feuerwehr schwer zugänglich war.

Neben der Deutschen Bahn sind auch die französische Eisenbahngesellschaft SNCF und der Schlafwagenschaffner angeklagt. Den Unternehmen droht im Fall einer Verurteilung eine Geldstrafe von bis zu 250 000 Euro, dem Schaffner bis zu fünf Jahre Haft. Der Prozess soll zwei Wochen dauern. Das Urteil wird erst später verkündet werden.

dpa

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