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Mit der Überschrift "Politik. Macht. Einsam." hat der Stern über den Linken-Politiker Gregor Gysi berichtet.

Jury wählt die beste Überschrift

Das ist die "Schlagzeile des Jahres"

Dortmund - Themen wie Gregor Gysi, Christian Wulff oder der Berliner Großflughafen haben es auf die vordersten Ränge bei der Wahl zur „Schlagzeile des Jahres“ gebracht.

Die Überschrift „Politik. Macht. Einsam.“ zu einem Bericht über den Linken-Politiker Gregor Gysi hat der Verein Deutsche Sprache zur „Schlagzeile des Jahres“ 2012 gekürt. Die einleitenden Worte in der Zeitschrift „Stern“ würden besser als manch langer Text zusammenfassen, warum Politik tatsächlich einsam mache, entschied eine Jury. Der „Tagesspiegel“ hatte das Porträt später als das wohl härteste eingestuft, das je über Gysi geschrieben worden sei, alleingelassen von Parteifreunden, verlassen von seiner Frau. Insgesamt seien 96 Vorschläge von Lesern eingegangen, teilte der Verein am Donnerstag in Dortmund mit. Die Auszeichnungen sind undotiert.

Knapp geschlagen auf Platz zwei kam die hintergründige Schlagzeile „Biosprit: Essen auf Rädern“ der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). Hier werde schlaglichtartig der bedenkliche Egoismus einer Gesellschaft deutlich, die in einer Welt, in der immer noch Millionen Menschen hungers sterben, mit Lebensmitteln Auto fährt.

Alle Worte des Jahres seit 1977

Alle Worte des Jahres seit 1977

Wortspielereien bedachte die Jury ebenfalls mit vorderen Rängen, allen voran zum Thema Bundespräsident Christian Wulff. Die Schlagzeile „Der Wulff im Staatspelz“ in der „Zeitung am Samstag“ aus Freiburg landete auf Platz drei. Mit dem Titel „Gekommen, um zu gehen“ in der „HAZ“ kam das Wulff-Thema auch noch auf Rang zwölf. Um geistreiche Schlagzeilen bemühten sich die Redakteure auch bei Thema Berliner Großflughafen. Der seriöseren Überschrift „Berlins Fluchhafen“ aus der „Zeit“ gab die Jury mit Platz vier den Vorzug vor dem etwas schlüpfrigen Titel „Berlin kriegt keinen hoch“ der „taz“, der auf Platz sieben kam. Über die Schlagzeile „Kampf dem organisierten Versprechen“ im „Hamburger Abendblatt“ schafften es die selbst ernannten Sprachschützer in die eigenen Charts. „Gegenstand des Artikels war ein Protest des Vereins Deutsche Sprache gegen die Art und Weise, wie sich deutsche Olympia-Reporter in London mit unverständlichem Denglisch vergeblich eine weltmännische Note anzuheften suchten“, hieß es. Das bedeutete Platz sechs für das „Abendblatt“.

Der Jury für die Schlagzeilen gehören an: VDS-Chef Walter Krämer, die Journalisten Wolf Schneider und Franz Stark, die Sprachwissenschaftler Gert Ueding, Horst-Haider Munske und Helmut Glück sowie erstmals als Gastjurorin die Studentin Monika Elias. Der VDS wurde 1997 gegründet. Seine 34 000 Mitglieder widmen sich der Pflege der deutschen Sprache und dem Kampf gegen unschönes „Denglisch“. Dazu wählt der Verein unter anderem auch jährlich den „Sprachpanscher des Jahres“.

dpa

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