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Opfervertreter sind von dem neuen Kinderporno-Skandal an der Odenwaldschule nicht überrascht.

Nach neuem Vorfall

Schließung der Odenwaldschule gefordert

Heppenheim - Nach dem Bekanntwerden des Kinderporno-Verdachts gegen einen Lehrer der Odenwaldschule fordern Opfervertreter die schrittweise Schließung der reformpädagogischen Einrichtung.

„Die Missbrauchsmöglichkeiten an der Odenwaldschule sind systemimmanent und die Täter suchen sich solche Orte immer ganz genau aus“, sagte der Vorsitzende des Opfervereins „Glasbrechen“, Adrian Koerfer, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Man sei "nicht überrascht" von dem neuen Vorfall, hieß es in der Stellungnahme. Offenbar ziehe die Schule nach wie vor Pädophile an "wie das Licht die Motten", kritisierte "Glasbrechen" laut "Spiegel Online".

Koerfer plädierte dafür, die aktuellen Schüler noch bis zu ihrem Abschluss zu betreuen „und die Schule dann tatsächlich zu schließen“. Die Lehrer müssten nach und nach entlassen oder dazu aufgefordert werden, sich andere Arbeitsplätze zu suchen. Darüber hinaus rügte Koerfer die Schulleitung scharf. Er habe sich eine Entschuldigung oder Einsicht gewünscht. „Nichts davon ist zu hören“, sagte er.

Am Samstag war bekannt geworden, dass gegen einen Lehrer wegen des Verdachts auf Kinderpornografie ermittelt wird. Eine Sprecherin der Odenwaldschule teilte mit, bei einer Durchsuchung der Wohnung des Lehrers in dem zugehörigen Internat seien Dateien und weiteres Material sichergestellt worden. Dem Lehrer sei fristlos gekündigt und Hausverbot erteilt worden, sagte die Sprecherin weiter. Sie hob gegenüber "Spiegel Online" jedoch hervor, es gebe keine Hinweise, dass in dem vorliegenden Fall Schüler der Schule zu Schaden gekommen seien.

Die als Reformschule für ihre alternativen Bildungsansätze bekannte Einrichtung war 2010 in die Schlagzeilen geraten, als aufgedeckt wurde, dass dort jahrzehntelang Kinder massenhaft sexuell missbraucht worden waren. Die Privatschule hatte anschließend eine öffentliche Entschuldigung abgegeben und eine konsequente und lückenlose Aufarbeitung zugesagt.

An den umstrittenen Wohngruppen, in denen Schüler mit Lehrern zusammenleben, wurde jedoch als Teil des pädagogischen Konzepts festgehalten. Allerdings wird seither nicht mehr ein Pädagoge allein einer Schülergruppe zugeordnet. Auch der nun von den Ermittlungen betroffene Mathematik- und Physiklehrer hat laut Medienberichten nicht allein mit Schülern zusammengewohnt. Aufgedeckt wurde der neue Fall offensichtlich durch einen Tipp australischer Ermittler.

Opfer-Anwalt Thorsten Kahl schloss sich der Kritik an. „Das System des Zusammenlebens von Lehrern mit Schülern ist die optimale Ausgangssituation für Pädophile“, sagte er.

afp/dpa

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