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Wetter-Prognose: 20 Zentimeter Neuschnee - herbe DWD-Warnung vor gefährlicher Kombination

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Von: Martina Lippl

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Kalte Polarluft und Sturmtiefs wirbeln das Wetter in Deutschland kräftig durcheinander. Schnee ist angesagt, und zwar kurz und kräftig, warnt der Deutsche Wetterdienst.

München - Das Wetter in der ersten Adventswoche wird spannend. Die Wetterlage ändert sich. Ein neues Sturmtief über dem Atlantik namens „Christian“ zieht auf. Das Tief aus Nordwesten ist klein, aber oho! Die Luft aus dem relativ warmen Atlantik sorgt in dieser Konstellation nämlich für heftige Turbulenzen, besonders, wenn sie auf kalte Polarluft trifft.

Wetter in Deutschland: Sturmtief „Christian“ am Dienstag bringt kräftigen Schneefall

Mit Schnee auch in tieferen Lagen rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Dienstag (30. November). Dazu gibt es schwere Sturmböen - in den höheren Lagen sogar Orkanböen. Im Bergland im Westen und in den Mittelgebirgen sind Schneeverwehungen möglich, im Alpenvorland teils starke Schneeverwehungen.

Im Süden geht es mit den teils kräftigen Schneefällen los. Nach Mitternacht ist nach der DWD-Prognose in den mittleren Regionen von der Eifel und dem Saarland über Hessen bis zur Lausitz oberhalb von 300 Metern mit Schnee zu rechnen.

DWD warnt vor bis zu 20 Zentimeter Neuschnee

Bis zu 10 Zentimetern Neuschnee können demnach innerhalb von 6 bis 12 Stunden in höheren Lagen der zentralen, östlichen und südlichen Mittelgebirge sowie in den Alpen zusammenkommen. „Exponiert sind auch Neuschneemengen über 15 oder gar 20 cm möglich“, teilt der DWD in seiner Wettervorhersagen (Stand 29. November, 11 Uhr) mit.

Bis 100 km/h - DWD erwartet ersten Wintersturm am Dienstag

Vor teils schweren Sturm (Bft 10, um 100 km/h) und Orkanböen (130 km/h) warnen die DWD-Wetterexperten auf exponierten Bergen und im Bayerischen Wald. Sonst stürmische Böen bis 75 km/h aus Südwest, in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland Sturmböen bis 90 km/h. Schneefall und Sturm sind eine gefährliche Kombi - das hört sich schon fast nach einem Blizzard in Deutschland an, oder?

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Winter-Wetter in Deutschland: Schneesturm mit Windspitzen bis zu 120 km/h in den Bergen sind angesagt. © Michael Bihlmayer/imago

„Das ist Quatsch! Ein Blizzard hat eine ganz andere Dimension“, so DWD-Pressesprecher Andreas Friedrich auf Anfrage von Merkur.de. „Es gibt Schnee und Wind - doch als Blizzard würde ich das keinesfalls bezeichnen. Das wäre überzogen.“ Auch, wenn der DWD aktuell vor Schneeverwehungen in den Bergen warnen würde. Blizzards sind typisch für die US-Ostküste, da fegt ein Wind bis 100 km/h den Schnee waagerecht durch die Luft, die Sicht sinkt auf null, führt DWD-Experte Friedrich aus. Die Schnee und Wind-Prognose für Dienstag in Deutschland sind „kein Unwetter“, betont er.

Schnee und Schneeregen gehen in den Frühstunden am Dienstag (30. November) im Westen schon in Regen über. Es wird im Tagesverlauf milder und die Schneefallgrenze steigt auf über 1000 Meter an. Die weiße Pracht taut in meisten Regionen einfach wieder weg. Anderes im Süden: Vor allem in Bayern ist oft noch den ganzen Dienstag mit Schneefall und winterlicher Glätte zu rechnen. Auch Glatteis-Gefahr durch überfrierende Nässe besteht.

Blizzard

Blizzard ist die Bezeichnung für einen starken Schneesturm in Nordamerika, heißt es im Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdienst (DWD). Aufgrund seiner Stärke lege ein Blizzard in weiten Teilen der betroffenen Region das öffentliche Leben vorübergehend lahm. Inzwischen wird der Begriff auch in anderen Teilen der Welt verwendet.

Laut dem US-Wetterdienst NOAA müssen für einen Blizzard mindestens drei Stunden lang folgende Bedingungen erfüllt sein:

- Windgeschwindigkeiten von wenigstens 56,3 km/h

- Sichtweiten, die durch heftigen Schneefall oder aufwirbelnden Schnee (Schneefegen / Schneetreiben) unter 400 Meter.

In Mitteleuropa sind Wetterlagen, die einen Blizzard verursachen können, dem DWD zufolge eher selten anzutreffen. Der Grund: Die Stürme ziehen meist über den Atlantik, dessen Wasser warm ist, zu uns. Winterlicher Stürme bringen dann zumeist Regen als Niederschlag. Trotzdem kann es in Deutschland auch zu starken Schneestürmen kommen, räumt der DWD ein. Im Winter 1978/1979 suchten gleich zwei heftige Schneestürme Deutschland heim. Der erste legte ab dem 28. Dezember 1978 legte Teile Deutschlands lahm, der zweite folgte Mitte Februar 1979.

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Winter-Wetter in Deutschland: Schneesturm mit Windspitzen bis zu 120 km/h in den Bergen sind angesagt. © Michael Bihlmayer/imago

Wetteraussichten in Deutschland - Unwetter-Vorhersage für Mittwoch

Am Mittwoch kommt dann übrigens schon das nächste Sturmtief (voraussichtlich „Daniel“). Es zieht von der Nordsee über Dänemark ostwärts und bringt besonders dem Norden Deutschlands Sturmböen. Es bleibt also eher mild, regnerisch und stürmisch.

Dauerregen bzw. Tauwetter im Schwarzwald, im Allgäu und im Bayerischen Wald sind am Mittwoch zu erwarten: Bis zu 70 Liter pro Quadratmeter - Unwetter (!) - vor allem in den Staulagen des Schwarzwald.

Schnee-Fans müssen tapfer sein. Auch, wenn nach dem Tauwetter am Dienstag die Temperaturen wieder in den Keller rutschen. „Schnee gibt es auch am 2. Advent erst ab 400 bis 500 Meter“, erklärt Meteorologe Dominik Jung von qmet.de mit. „Immer wieder rechnen die Wettermodelle in den kommenden 7 bis 10 Tagen mit Dauerfrost bis runter, allerdings wird das immer wieder nach hinten geschoben.“ So geht es in den kommen Tagen laut Wetterfrosch Jung (wetter.net) weiter:

Dienstag (30. November 2021)1 bis 8 Grad, viele Wolken, stürmisch, aus Nordwesten Niederschläge, erst als Schnee, dann auf der Rückseite des Tiefs als Regen, in der Mitte und im Süden vorübergehend viel Schnee
Mittwoch (1. Dezember 2021)6 bis 10 Grad, Tauwetter bis in die Hochland und sehr stürmisch, im Westen und Nordwesten 90 bis 100 km/h möglich!
Donnerstag (2. Dezember 2021)1 bis 5 Grad, wieder kälter und in den Hochlagen Schneeschauer, unter 300 bis 400 m meist Regen oder Schneeregen
Freitag (3. Dezember 2021)1 bis 4 Grad, durchwachsen, Schauerwetter, Schneeregen oder Schnee
Samstag (4. Dezember 2021)3 bis 6 Grad, unten meist Regenschauer, ab 400 m Schneeschauer
Sonntag (5. Dezember 2021)1 bis 4 Grad, wechselhaft und immer wieder kurzer Schauer, im Bergland Schnee, sonst meist Regen oder Schneeregen

Steht uns ein kalter Winter bevor? Jedenfalls sind sich Meteorologen sicher, dass es dieses Jahr ein La Nina-Winter (La Niña) wird - mit viel Regen und auch Schnee. Lesen Sie hier, ob das Wetter-Phänomen Folgen für den Winter in Deutschland hat. (ml)

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