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Menschen gehen über die verschneite Treppe auf den Montmatre mit der Basilika Sacre Coeur. Foto: Francois Mori/BC

Wetteralarm in 27 Départements

Schnee legt den Verkehr in Paris lahm

Bis zu 20 Zentimeter Schnee - das ist offensichtlich zu viel für Paris. Autos bleiben stecken, die Busse im Depot. Es hagelt Kritik - und die Regierung muss die erhitzten Gemüter beruhigen.

Paris (dpa) - Starke Schneefälle haben ein riesiges Verkehrschaos in der Millionenmetropole Paris ausgelöst. Regierungssprecher Benjamin Griveaux rief die Bürger auf, ihr Auto stehenzulassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Allerdings war auch der Bahnverkehr wegen des ungewöhnlichen Wintereinbruchs stark behindert, Busse fuhren nur vereinzelt. Die Bahngesellschaft SNCF rief Kunden auf, Fahrten möglichst zu verschieben.

"Seit 2013 hat es nicht mehr soviel geschneit", resümierte Griveaux beim Sender RTL. Es seien "15 bis 20 Zentimeter innerhalb von 24 Stunden" gefallen, das sei außergewöhnlich. Der Regierungssprecher reagierte auf Kritik vieler Pendler, wonach die Verkehrsunternehmen nicht ausreichend über Verspätungen und Ausfälle informierten. "An einigen Orten zirkulierten die Informationen nicht ausreichend", räumte er ein. Es sei aber schwierig, die tatsächliche Schneehöhe vorherzusagen.

Autos stauten sich auf Straßen und Autobahnen im Umland der Hauptstadt, besonders schlimm sah es auf der Nationalstraße 118 im Südwesten der Kapitale aus, wo am Mittwoch laut Polizei immer noch mindestens 900 Autos blockiert waren.

In der Nacht mussten auf dieser Strecke etwa 1500 bis 2000 Autofahrer lange in ihren Fahrzeugen ausharren. "Es gab nichts zu Essen und zu Trinken", berichtete ein Mann dem Nachrichtensender BFMTV. "Es gab keine Informationen", sagte ein anderer Autofahrer.

Mindestens 600 Autofahrer mussten im Umland die Nacht in Notunterkünften verbringen, berichtete der Radiosender Franceinfo. Mindestens 700 Bahnreisende waren in den Nachtstunden in Pariser Bahnhöfen blockiert. Auch auf Flughäfen kam es zu Behinderungen. Die Pariser U-Bahn verkehrte hingegen normal.

Bereits am Dienstagabend hatten sich Autos im Großraum der Hauptstadt auf einer Länge von rund 740 Kilometer gestaut - das war laut Medienberichten ein Rekord.

Die Bahngesellschaft SNCF teilte mit, der Fernverkehr laufe weitgehend normal. Allerdings würden Hochgeschwindigkeitszüge (TGV) aus Sicherheitsgründen ihre Geschwindigkeit drosseln. Lastwagen durften im Pariser Großraum wichtige Verkehrsachsen nicht mehr befahren.

Zahlreiche Menschen veröffentlichten in sozialen Netzwerken Bilder von schneebedeckten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt, auch Schneemänner waren mitten in Paris zu sichten. Vor der Basilika Sacré-Cœur in Montmartre fuhren vereinzelt sogar Menschen mit Skiern oder Snowboard den Hügel herunter, wie auf Fotos und Videos zu sehen war. Der Eiffelturm blieb vorsorglich für Besucher geschlossen. Im vergangenen Jahr besuchten 6,2 Millionen Menschen den Turm unweit der Seine.

Der Wintereinbruch betrifft auch andere Regionen in der Nordhälfte Frankreichs. In mehreren Départements fuhren keine Schulbusse. Bisher war der Winter vor allem von milden Temperaturen und Hochwasser geprägt gewesen.

Entspannung war zunächst nicht absehbar: In der Nacht zum Donnerstag wurden eisige Temperaturen von bis zu minus zehn Grad erwartet.

Seite Flughäfen von Paris (Frz.)

Interview Griveaux (Frz.)

Staatliche Bahngesellschaft SNCF (Frz.)

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