Tiere verunglückt

Schock für Autofahrer: Zwei Wölfe überfahren

Schwerin - Einen Wolf vorm Auto erwartet wohl niemand. Doch sind zwei der Tiere zum Wochenbeginn überfahren worden - in Regionen, die bisher nicht zu den bekannten Rudelrevieren zählen.

Gleich zwei Wölfe sind in Norddeutschland am Montag von Autos erfasst und getötet worden. Am Morgen wurde in der Nähe von Ratzeburg in Schleswig-Holstein ein Wolf überfahren, ein weiteres Tier wurde auf der Autobahn 24 Hamburg-Berlin in Mecklenburg-Vorpommern von einem Kleintransporter erfasst. Beide Wölfe waren plötzlich auf die Straße gelaufen, die Fahrer hatten nicht mehr ausweichen können.

Der Unfall auf der A 24 ereignete sich etwa 20 Kilometer vom früheren Truppenübungsplatz Lübtheener Heide entfernt, auf dem sich 2014 ein Wolfsrudel angesiedelt hatte. Nördlich der A 24 hatte es aber bislang kaum Hinweise auf Wölfe gegeben. Beim Unfall auf der B 207 zwischen Ratzeburg und Lübeck wurde ein junges, männliches Tier getötet, wie die Polizei mitteilte.

Genanalysen sollen Herkunft der Tiere klären

Eine Sprecherin des Umweltministeriums in Schwerin sagte, beide Kadaver würden nun im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht. Dabei soll mit Hilfe von Genanalysen auch die Herkunft der Tiere geklärt werden. Vieles spreche dafür, dass die Wölfe dem Rudel entstammen, das seit etwa vier Jahren in der Lübtheener Heide südlich von Ludwigslust heimisch ist. Eine Gruppe hatte sich bereits abgespalten und einige Kilometer östlich in der Kalißer Heide angesiedelt.

Schon im August vorigen Jahres war auf der A24 unweit der Landesgrenze von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein Wolf angefahren und getötet worden. Aus Polen kommend hat der Wolf etwa seit dem Jahrtausendwechsel den gesamten Osten Deutschlands und Niedersachsen besiedelt. Die Zahl der Wolfsrudel stieg nach Expertenangaben von 31 im Jahr 2015 auf knapp 50 im Jahr 2016. Hinzu kommen etliche Wolfspaare und Einzeltiere.

dpa

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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