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In der spanischen Stadt Santiago der Compostela ist am Mittwoch ein Zug entgleist. Dabei kamen 78 Menschen ums Leben.

Mit 190 kmh in Kurve entgleist

Schock-Video zeigt Zug-Katastrophe in Spanien

Santiago de Compostella - Die verhängnissvollen Sekunden, als ein Schnellzug nahe Santiago de Compostella in einer Kurve wegen zu hoher Geschwindigkeit entgleiste, zeigt ein Schock-Video aus einer Überwachungsksamara.

Bei dem Unglück kamen nach bisherigen Meldungen 78 Menschen ums Leben, über 140 wurden verletzt. Wie es heißt, ist der Unglückszug mit rund 190 Stundenkilometer in eine Kurve gerast, die eigentlich nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 kmh befahren werden darf.

Sehen Sie hier das dramatische Video von der Zug-Katastrophe in Spanien

Bei dem schwersten Zugunglück in Spanien seit 1944 wurden mindestens 78 Menschen getötet und mehr als 140 verletzt. Die Katastrophe ereignete sich just am Vorabend des großen Jakobsfestes, das jedes Jahr am 25. Juli in der weltberühmten Pilgerstadt gefeiert wird.

Auch die Menschen in dem Viertel, das an die Unglücksstelle rund vier Kilometer vor dem Bahnhof von Santiago angrenzt, waren schon in Feststimmung. Bis um 20.42 Uhr direkt vor ihrer Haustür der Hochgeschwindigkeitszug aus Madrid entgleiste. Einen Waggon schleuderte es sogar über die fünf Meter hohe Mauer am Bahndamm hoch auf die Straße vor den angrenzenden Häusern.

Schnellzug entgleist in Kurve - viele Tote

Schnellzug entgleist in Kurve - viele Tote

Die Weltkulturerbe-Stadt Santiago, in der der Jakobsweg für katholische Pilger endet, sagte das Fest zu Ehren ihres Heiligen umgehend ab. Normalerweise drängen sich Menschenmassen beim Jakobsfest in den engen Gassen der Altstadt rund um die imposante Kathedrale. In ganz Galicien, der nordwestspanischen Region, deren Hauptstadt Santiago ist, wurden nun offiziell sieben Tage Trauer ausgerufen. Für Spanien drei Trauertage.

Schwer erträglich macht die Katastrophe auch der Umstand, dass offenbar menschliches Versagen die Ursache für das Unglück war: Der Zug fuhr in der gefährlichen Kurve, in der eine Höchstgeschindigkeit von 80 Stundenkilometern gilt, vermutlich mehr als doppelt so schnell. "Ich bin 190 (Stundenkilometer) gefahren!", rief der Lokführer kurz nach dem Unfall. Per Funk gab er nach Angaben der spanischen Zeitung "El País" durch: "Ich hoffe, niemand ist tot, sonst wird das ewig mein Gewissen belasten." Die spanische Bahn schloss ein technisches Versagen am Zug bereits am Donnerstag aus.

Drei Tage Trauer in Spanien

Nach dem Zugunglück mit 78 Toten in Spanien hat Ministerpräsident Mariano Rajoy eine dreitägige offizielle Trauer für das Land angeordnet. Der Regierungschef besuchte am Donnerstag in seiner Heimatstadt Santiago de Compostela die Unglücksstelle, an der am Vorabend ein Schnellzug entgleist war.

Er sprach dort mit Verletzten und Angehörigen von Opfern der Katastrophe. „Wie alle wissen, ist heute ein sehr schwieriger Tag“, sagte Rajoy. „Wir haben ein schreckliches, dramatisches Unglück erlebt, das wir, wie ich fürchte, noch lange in Erinnerung haben werden.“ Die Regierung der Region Galicien, deren Hauptstadt Santiago ist, hat eine einwöchige Trauer angeordnet.

js/AFP/dpa

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