Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst
+
Der 16-jährige Gianluca schildert in Stuttgart Schülern seinen schweren Verkehrsunfall und dessen Folgen. Foto: Michael Latz

Schocktherapie für Jugendliche soll Auto-Unfälle verhindern

Wenig Erfahrung am Steuer, dafür aber Alkohol im Blut: Für junge Leute ist das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, besonders hoch. Mediziner wollen sie nun zu Vorsicht erziehen - auf der Intensivstation.

Berlin (dpa) - Zu schnell, betrunken oder mit dem Handy am Ohr: Um junge Leute vor Verkehrsunfällen zu bewahren, wollen Unfallchirurgen sie einer Art Schocktherapie aussetzen.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) am Montag in Berlin mitteilte, sollen 15- bis 18-Jährige bei einer Aktionswoche bundesweit mit ihrer Schulklasse einen Tag in einer Unfallklinik verbringen und erleben, wie Schwerverletzte versorgt werden. So sollen ihnen etwa die Folgen von zu schnellem oder betrunkenem Fahren vor Augen geführt werden.

Junge Leute erleben dabei die Stationen, die auch ein Unfallopfer durchläuft - vom Rettungswagen über die Erstversorgung im sogenannten Schockraum. Es folgen die Intensivstation und die Physiotherapie. "Das ist eine Lektion, die sie nicht so schnell vergessen", sagte DGU-Präsident Michael Nerlich. Die Mediziner wollen Jugendliche so größtenteils schon zu vorsichtigem Fahren erziehen, bevor sie überhaupt den Führerschein machen.

Das Präventionsprogramm mit dem Namen "Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth (PARTY)" stammt den Angaben zufolge ursprünglich aus Kanada. Bis zum 19. Juni beteiligen sich 13 Kliniken. Die DGU arbeitet dabei mit der Akademie der Unfallchirurgie zusammen. Einzelne PARTY-Tage veranstaltet die Akademie bereits seit 2012, die komplette Woche ist jedoch neu. Derzeit gibt es die Schocktherapie etwa in Stuttgart oder Köln.

Partner und Unterstützer der Initiative sind den Angaben zufolge der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Neben einem tatsächlich Verletzten ist nach Angaben der Organisatoren auch ein früheres Unfallopfer vor Ort.

2014 starben nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 3368 Menschen auf deutschen Straßen, 389 000 wurden verletzt. Nach DGU-Angaben ist das Risiko, bei einem Unfall zu sterben, bei 18- bis 24-Jährigen etwa doppelt so hoch wie das der Gesamtbevölkerung.

Die Unfallchirurgen verweisen in dem Zusammenhang auch auf Sonderauswertungen des Statistischen Bundesamtes. Demnach ist zu hohes Tempo die häufigste Unfallursache bei jungen Fahrern. Jeder vierte von ihnen verunglückt am Wochenende - etwa im Dunkeln auf dem Heimweg von der Disco.

Zahlen zu Verkehrstoten

Infos DGU

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mädchen (2) die Kehle durchgeschnitten - Vater auf der Flucht
Schweres Verbrechen in Hamburg: Ein kleines Kind wird in einem Mehrfamilienhaus tot aufgefunden. Der Vater soll auf der Flucht sein. Er ist dringend tatverdächtig.
Mädchen (2) die Kehle durchgeschnitten - Vater auf der Flucht
US-Behörde warnt vor Drogen-"Epidemie"
Washington (dpa) - Die US-Drogenbehörde DEA hat vor einem gravierenden Anstieg des Drogenkonsums in den Vereinigten Staaten gewarnt. Einem von der DEA am Montag …
US-Behörde warnt vor Drogen-"Epidemie"
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?
Die Zeitumstellung 2017 auf die Winterzeit steht kurz bevor: Doch an welchem Wochenende werden die Uhren umgestellt? Werden Sie vor- oder zurückgestellt? Alle Infos zur …
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt?
Fliegerbombe im Garten: Mann tötet sich und seine Frau
In Vietnam hat ein Mann einen Blindgänger aus dem Krieg auf seinem Grundstück gefunden. Er versuchte sie im Haus zu öffnen und sprengte sich und seine Frau in die Luft.
Fliegerbombe im Garten: Mann tötet sich und seine Frau

Kommentare