Begegnung mit dem Tod 

Schock-Therapie: Schüler schauen bei Einäscherung einer Leiche zu

Ein Religionslehrer aus Meißen besuchte mit seinen Schülern das ansässige Krematorium. Die Schock-Therapie zeigte Wirkung. Sofort. 

Meißen - Ein paar Neunt- und Zehntklässler aus Meißen und Riesa in Sachsen entschieden sich in diesem Jahr für ein besonders mutiges Klassenfahrtziel: Sie statteten dem Meißener Krematorium einen Besuch ab. Anstatt auf eigene Faust die Wunder der Natur zu erkunden oder diverse Museen abzuklappern, wurden sie an diesem Tag Zeugen der Einäscherung einer Leiche. 

Laut dem Online-Bericht der BILD beobachteten die Schülerinnen und Schüler mit zunehmend schockierten Gesichtern, wie der Mann in dem Sarg, der mit 61 Jahren an Krebs verstorben war, in das über 1000 Grad heiße Feuer geschoben und dort in 45 Minuten zu einem Haufen Asche verbrannt wurde.

Ausgerechnet der Religionslehrer machte sich für den Besuch im Krematorium stark

Obwohl diese ungewöhnliche Unterrichtseinheit seinen Schülern offensichtlich gewaltige Angst einjagt, hält allen voran der Religionslehrer sie für eine wichtige Lektion: „Die Schüler sehen hier, dass der oft tabuisierte Tod zu unserem Leben gehört. Es ist beeindruckend, wie sie mit dem menschlichen Ende vertraut gemacht werden.“

Die Schock-Therapie zeigt sofort Wirkung 

Noch viel wertvoller erscheinen jedoch die mehr als deutlichen Warnungen, die der Krematoriums-Chef ausspricht. Mit seinen anschaulichen Erzählungen verdeutlicht der Bestatter, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die sich die Heranwachsenden nicht mal in ihren schlimmsten Albträumen ausmalen könnten. Er erzählt unter anderem von einem kürzlich verstorbenen 12-jährigen Jungen aus Berlin, der sich mit Feuerzeug-Benzin berauscht hatte - und schreckt auch nicht davor zurück, den Anblick eines 18-jährigen Mädchens zu schildern, das Crystal Meth genommen hatte.  „Sie sah aus wie eine Oma von 78 Jahren“, erklärte er und schließt sein Plädoyer deshalb mit den scheinbar floskelhaften Worten: „Meidet Alkohol, Tabak, Drogen und Rauschmittel!“

Tatsächlich scheinen sich ein paar Schüler den überlebenswichtigen Tipp, der bei ihren Eltern sicher meist auf taube Ohren stieß, diesmal wirklich zu Herzen genommen zu haben: „Nachdem ich das alles gesehen habe, werde ich nie Drogen anrühren!“, schwor eine 15-jährige Zehntklässlerin nach dem bestürzenden Krematoriums-Besuch.

sl

Das wirkt auch: Todessimulator aus China mit Krematoruium-Flair

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild) 

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