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„Mutprobe“ heißt der neue Schokoriegel.

„Mutprobe“ als Marketing-Konzept

Erst ab 16? Dieser Mutprobe-Schokoriegel ist nichts für Weicheier

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München - Kinder lieben Süßes, und nicht nur die. Auf der Verpackung eines neuen Schoko-Riegels steht allerdings groß „Ab 16!“. Was ist da dran - und was ist da drin?

Wer in Deutschland Alkohol kaufen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein, so verlangt es das Jugendschutzgesetz. Jetzt wirbt aber ein neuer Schokoriegel mit dem Altershinweis „ab 16“, zum Nachdruck sogar mit Ausrufezeichen dahinter. 

Bei der Süßigkeit handelt es sich um eine Sonderedition des „Pick up“ von Bahlsen. Die soll zwischen Mai und Juli im Handel erhältlich sein, wie der Hersteller erklärt. Denn die Milchschokolade zwischen den beiden Keksen enthält „eine feurig-scharfe Chili-Füllung“, die „dem einen oder anderen Käufer Tränen in die Augen treiben“ könnte, so die vollmundige Ankündigung. Folgerichtig hört die die Spezialausgabe des Naschwerks auf den Namen „Mutprobe“.

Chilis gelten zwar als gesund, tatsächlich ist die Wirkung ihrer Schärfe nicht zu unterschätzen. So landeten 2010 zehn Schüler aus Augsburg nach einer Mutprobe mit einer besonders scharfen Würzsauce mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus, wie unter anderem die tz berichtete. Regelmäßig erleiden Menschen, die bei nicht nur in den USA beliebten Wettessen mit scharfen Gerichten mitmachen, Kreislaufzusammenbrüche. Zwei junge Männer, die einen Teenager zum Verzehr extrem scharfer Chilis zwangen, mussten sich 2016 wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Aus dem gleichen Grund geriet Starkoch Jamie Oliver in einen Shitstorm als er einmal erklärte, er habe seine Tochter wegen ihrer Aufmüpfigkeit gemaßregelt, indem er einen Apfel heimlich mit einer Chilischote einrieb

Altersbeschränkung ist geflunkert

Ist der Spezial-Pick-up also gefährlich und trägt seine Altersbeschränkung zurecht? Sicher nicht: Es handle sich lediglich um eine Empfehlung, heißt es weiter, der Begriff „Mutprobe“ sei mit einem Augenzwinkern zu sehen. Auch Kinder, die bekannterweise auf alles Verbotene besonders gut ansprechen, dürften also keine Probleme haben, den Riegel käuflich zu erwerben. 

Da hat der Hersteller zum Wohle des Marketing also eine wenig geflunkert. Doch das ist bei Bahlsen nichts Neues: Erst kürzlich stand das Unternehmen mit einem anderen Produkt auf der Liste der Nominierten für die „Mogelpackung des Jahres“. Dass Bahlsen bei Werbung recht schmerzfrei ist, zeigt auch der Gerichtsstreit um Produktplazierungen in der RTL-Sendung „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“

Ob die Chili-Riegel denselben Social-Media-Hype auslösen können wie kürzlich die Schoko-Pizza, über die unter anderem die tz berichtete, bleibt abzuwarten.

hn

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