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Wie dichter Nebel hängt der Smog in den Straßen Pekings.

Schon wieder

Alarm! Mega-Smog in Peking

Peking - Nach der Peking-Ente macht Chinas Hauptstadt jetzt mit dem Peking-Husten von sich reden. Die Luftverschmutzung ist so schlimm, dass wieder der Smog-Notstand ausgerufen werden musste.

Die Pekinger werden den Smog nicht los: Wegen der anhaltend hohen Schadstoffbelastungen gaben die Stadtbehörden erneut Smogalarm. Die US-Botschaft warnte vor „gefährlicher“ Luft. Obwohl auch die Pekinger Umweltbehörden von „schwerer Luftverschmutzung“ sprachen, wurde am Mittwoch nur die dritthöchste Alarmstufe Gelb in der 20-Millionen-Metropole ausgerufen.

Erneut durften 30 Prozent der offiziellen Dienstwagen in der Hauptstadt nicht fahren. Der Smog in Peking und anderen Städten, den die Behörden früher immer als „Nebel“ heruntergespielt hatten, spielte in den landesweit ausgestrahlten Abendnachrichten des Staatsfernsehens eine prominente Rolle. Das Industrieministerium stellte neue Maßnahmen im Kampf gegen die Luftverschmutzung wie etwa die Beseitigung von rückständigen Produktionsanlagen in Aussicht.

Die Luftwerte des besonders gefährlichen Feinstaubes, der über die Lunge direkt ins Blut gehen kann, lagen in Peking beim Zehnfachen des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwertes. Die Sichtweite fiel bei diesigem Wetter am Mittwoch in einigen Stadtteilen auf weniger als 300 Meter. Viele Pekinger tragen ohnehin schon seit Wochen Atemschutzmasken.

Nach dem Mega-Smog vor knapp zwei Wochen, als bislang ungekannte Höchstwerte erreicht worden waren, hatten die Pekinger eigentlich auch nur kaum aufatmen können. Die Schadstoffbelastung hat sich seither auf einem weiter hohen Niveau eingependelt. Auf der Jahrestagung des Pekinger Volkskongresses meinten viele Abgeordnete, dass die Klagen über den Peking-Husten „die Wirklichkeit beschreibt“, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb.

Durch den Smog erleben Krankenhäuser einen Anstieg der Patienten mit Atemwegserkrankungen sowie Herz- und Kreislaufproblemen. „Mein Schwiegervater kann bis heute noch nicht wieder aus eigenen Kräften atmen“, schilderte eine 44-jährige Pekingerin. Der 81-Jährige, der bis dahin rüstig und gesund gewesen war, hatte Warnungen ignoriert und war bei dem Mega-Smog täglich draußen spazieren gegangen. Plötzlich bekam er Atemprobleme und wurde in Krankenhaus gebracht, wo eine Lungenentzündung diagnostiziert wurde. „Die Luft ist einfach zu schlecht.“

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Während die US-Botschaft einen Luftindex von unter 50 als gut einstuft, lagen die Werte seither meist bei 200 bis mehr als 400. Die Skala ging früher nur bis 500, doch wurden bei dem Mega-Smog Mitte des Monats Spitzenbelastungen von mehr als 800 gemessen. Am Mittwoch stieg der US-Index wieder auf mehr als 400, während die chinesischen Messungen Werte von mehr als 300 angaben.

dpa

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