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Der Doppelmörder von Bodenfelde war schon im Kindergarten verhaltensauffällig.

Schon im Kindergarten verhaltensauffällig

Göttingen - Der mutmaßliche Doppelmörder, Jan O., war schon im Kindergarten verhaltensauffällig. Das erklärte seine Mutter, die am Freitag auf eigenen Wunsch vor Gericht ausgesagt hatte.

Der mutmaßliche Doppelmörder von Bodenfelde ist nach Angaben seiner Mutter schon als Kind und Jugendlicher aggressiv gewesen. “Ein falsches Wort und er ist ausgerastet“, sagte sie am Freitag als Zeugin im Landgericht Göttingen aus.

Der 26-Jährige Jan O. hat zugegeben, im November vergangenen Jahres in Bodenfelde an der Weser zwei Teenager grausam getötet zu haben, den 13 Jahre alten Tobias und die 14-Jährige Nina.

Seine Mutter sagte, ihr Sohn habe früher viel einstecken müssen. Er sei in einer zerrütteten Familie aufgewachsen und habe diverse Schulwechsel und Heimaufenthalte hinter sich, berichtete die 47-Jährige, die sich selbst als psychisch krank bezeichnete.

Als Mutter sei sie mit dem Jungen überfordert gewesen. Sie habe ihn geschlagen und ihm nie zur Seite gestanden. Vom Vater sei Jan O. gedemütigt worden. Nach der Schilderung der Frau musste ihr Sohn wegen seiner Aggressivität bereits den Kindergarten verlassen.

Die Grund- und die Sonderschule habe er häufig geschwänzt. Bei der ersten Trennung der Eltern sei Jan O. acht Jahre alt gewesen, danach habe er jahrelang im Heim gelebt. Als die Familie vorübergehend versucht habe, wieder zusammenzuleben, habe ihr Sohn sich mit dem Vater geprügelt, der ihn für Hilfsarbeiten auf dem Bau ausgenutzt habe.

Oft habe Jan auch “absichtlich Scheiße gebaut“, weil er seinen Vater hasse. Einmal habe er dessen Auto mit Wucht gegen die Garage eines Nachbarn gefahren, berichtete die Mutter. Als er dann irgendwann angefangen habe, Alkohol zu trinken, sei alles noch schlimmer geworden.

Einige Zeit nach der Geburt eines kleinen Bruders habe der Vater den Jungen dann rausgeschmissen - damals war er 16 Jahre alt. Für Jan O. folgte eine Jugendhilfemaßnahme in Griechenland, die er aber abbrach.

Am Dienstag soll der Angeklagte, der bisher nur ein schriftliches Geständnis abgelegt hat, zu seinen Taten aussagen. Er hat nach Angaben einer Gerichtssprecherin angekündigt, dies aber nur dann zu tun, wenn die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen wird.

dpa

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