Ärger um Schülerzeitung

Schüler wegen "Charlie Hebdo" mit dem Tod bedroht

Paris - Weil er die Ausgabe einer Schülerzeitschrift den Opfern der islamistischen Anschlagsserie vom Januar in Frankreich gewidmet hat, wird ein 17-Jähriger im Großraum Paris mit dem Tode bedroht.

Zahlreiche Lehrer und Schüler des Gymnasiums von Saint-Maur-des-Fossés südöstlich von Paris demonstrierten am Donnerstag aus Solidarität mit dem bedrohten Schüler Louis. Der Junge traut sich nach Angaben seiner Mutter inzwischen nicht mehr allein auf die Straße und wird nach Schulschluss immer vom Schuldirektor oder von dessen Stellvertreter nach Hause begleitet.

Kurz nach der Anschlagsserie im Großraum Paris hatte der Schüler, der auch Chefredakteur der Schülerzeitung seines Gymnasiums ist, die Ausgabe für die Opfer mit dem Titel "Ich bin Charlie" herausgegeben. "Das war eine Hommage an die 17 Opfer, für die Juden, die Journalisten, die Polizisten", sagte Louis der Nachrichtenagentur AFP.

Schon am nächsten Tag fand er die erste Drohung im Briefkasten. Insgesamt erhielt er seither sieben Todesdrohungen, zweien waren eine oder mehrere Kugeln beigelegt. Die jüngste Drohung von Anfang Mai klang seiner Ansicht nach wie ein "Ultimatum". Die Polizei ermittelt dazu.

Drei Islamisten hatten bei ihren Attentaten unter anderem auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und auf einen jüdischen Supermarkt Anfang Januar insgesamt 17 Menschen erschossen. Die Schule von Louis war davon direkt betroffen, weil der Vater eines Schülers bei dem Angriff auf "Charlie Hebdo" ums Leben kam. Zudem wurde der Onkel einer Schülerin in dem jüdischen Supermarkt getötet.

Rubriklistenbild: © AFP

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