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Bei einer Anti-Sexismus-Aktion an ihrer Schule haben sich diese Schüler im westfranzösischen Nantes Röcke angezogen. Das sorgte für heftige Proteste bei Abgeordneten und Gegnern der Homo-Ehe.

Schüler in Röcken

Wirbel um Anti-Sexismus-Aktion in Frankreich

Nantes - Jungs bekleidet mit Mädchenröcken in der Schule: Diese Aktion gegen Sexismus in der westfranzösischen Stadt Nantes hat am Freitag für Wirbel gesorgt und Proteste ausgelöst.

Die Initiative mit Billigung der Schulbehörde stieß nicht nur bei Abgeordneten, sondern vor allem auch bei den Gegnern der Homo-Ehe und konservativen Kreisen auf Kritik, die bereits früher gegen die Gleichstellungspolitik der sozialistischen Regierung in Paris mit Boykott-Aufrufen an Schulen für Schlagzeilen gesorgt hatten.

100 Schüler in Röcken

In Nantes beteiligten sich rund hundert Jungs an der freiwilligen Aktion gegen Sexismus an mehreren Gymnasien. Mit blauen, violetten, schwarzen oder blumigen Röcken bekleidet verkündeten die Schüler: "Ich habe ihn von meiner Schwester ausgeliehen" oder "Bei mir hat mir meine Mutter ihren (Rock) geliehen". Auch rund hundert Mädchen kamen in Röcken, um den Aufruf zu unterstützen.

Neben dem symbolischen Tragen von Röcken oder Ansteckern sollte an dem Tag in den Schulen vor allem auch über das Thema diskutiert werden. Etwa 150 Homo-Ehe-Gegner hatten bereits am Donnerstag vor einer Schule gegen die Aktion protestiert.

Kulturkampf um die Homo-Ehe in Frankreich

Seit der Einführung der Homo-Ehe im vergangenen Jahr durch die sozialistische Regierung tobt in Frankreich bei den geringsten Anlässen ein regelrechter Kulturkampf. Konservative Organisationen, oft unterstützt von der katholischen Kirche, werfen der Regierung vor, die traditionellen Werte von Familie und Ehe untergraben zu wollen. Die Großstadt Nantes in Westfrankreich, wo lange der sozialistische Ex-Premierminister Jean-Marc Ayrault Bürgermeister war, wird seit der Kommunalwahl Ende März von der sozialistischen Bürgermeisterin Johanna Rolland regiert.

AFP

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