+
Polizisten sichern den Tatort in einem Vorort von Sydney. Foto: Lucy Hughes Jones

Tödliche Schüsse vor Polizeizentrale in Sydney

Ein Mann erschießt in Sydney einen Polizeimitarbeiter aus nächster Nähe und zielt auf Beamte. Er wird erschossen. Was steckt dahinter?

Sydney (dpa) - Eine Schießerei mit zwei Toten vor einer Polizeizentrale in Sydney hat nach ersten Erkenntnissen keinen terroristischen Hintergrund. "Es gibt zu diesem Zeitpunkt nichts, was auf einen Terroranschlag hindeutet, aber wir können nichts ausschließen", sagte Polizeichef Andrew Scipione.

Ein Unbekannter nahm nach seinen Angaben einen zivilen Mitarbeiter der Polizei vor dem Gebäude gezielt ins Visier und erschoss ihn aus nächster Nähe. Das Motiv blieb zunächst im Dunkeln, der Täter wurde nicht sofort identifiziert. Als Beamte zum Tatort eilten, eröffnete er das Feuer auf sie. Ein Polizist erschoss den Mann. 

Die Polizei hatte unmittelbar nach dem Zwischenfall am Nachmittag Dutzende Beamte mobilisiert. Sie sperrten den Tatort weiträumig ab und durchsuchten das Gelände. Über dem Tatort kreisten Hubschrauber, und bewaffnete Beamte kontrollierten an Bahnhöfen.

Die Geheimdienste hatten nach Informationen von Medien in den vergangenen Tagen vermehrt Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf genau diese Polizeizentrale aufgefangen. Die Beamten dort hätten Anweisung gehabt, zu jedem Zeitpunkt ihre Waffe zu tragen, auch am Schreibtisch. Dazu äußerte sich Scipione nicht. Die Polizei gehe von einem Einzeltäter aus, es gebe keine Hinweise auf die Beteiligung anderer, sagte er.

Anwohner berichteten Lokalmedien, der Täter habe in einem schwarzen Gewand vor dem Gebäude mit einer Waffe herumgefuchtelt und das Feuer eröffnet. Sie hörten mindestens sechs Schüsse.

Australiens Polizei hat im Frühjahr nach eigenen Angaben mindestens zwei Terroranschläge verhindert. Sie nahm demnach im Mai in Melbourne einen 17-Jährigen fest, bei dem drei halbfertige Sprengsätze gefunden worden seien.

Im April waren fünf Teenager festgenommen worden, die nach den Ermittlungen einen Anschlag am Gedenktag für die Opfer des Ersten Weltkriegs planten. Ein britischer Teenager, der sie animiert hatte, Polizisten zu enthaupten, wurde am Freitag in Großbritannien zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im Dezember vergangenen Jahres nahm ein gebürtiger Iraner in einem Café stundenlang mehr als ein Dutzend Geiseln und behauptete, im Namen der Terrormiliz IS zu handeln. Die Polizei stürmte das Café. Dabei kamen der Täter und zwei Geiseln ums Leben.

Polizeibericht

Daily Telegraph

Sydney Morning Herald

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lichter am Piccadilly Circus gehen aus
London - Neben Tower Bridge und Big Ben ist es eines der Wahrzeichen Londons: Der Piccadilly Circus mit seinen riesigen Leuchtreklamen. Doch genau die wurden jetzt …
Lichter am Piccadilly Circus gehen aus
Kind will sich angeblich selbst versteigern
Löhne - Ein Foto eines achtjährigen Mädchens und ein Gebot von mehr als 40 000 Euro: Eine dubiose Internetanzeige beschäftigt die Polizei in NRW. Der Fall weckt …
Kind will sich angeblich selbst versteigern
Bedford-Strohm und Marx treffen Papst Franziskus
Hannover - Die Spitze der evangelischen Kirche in Deutschland wird am 6. Februar in Rom Papst Franziskus treffen. Ebenfalls bei der Privataudienz dabei ist der Münchner …
Bedford-Strohm und Marx treffen Papst Franziskus
Koffein-Schock: Brachte Energy-Drink "Monster" einen Mann um?
Washington - Ein tragischer Todesfall aus den USA beschäftigt nun die Justiz. Es geht um den beliebten Energy-Drink "Monster". 
Koffein-Schock: Brachte Energy-Drink "Monster" einen Mann um?

Kommentare